Kantonsparlament
Nachrutschen nach Fricker-Affäre: Warum Irène Kälins Grossrats-Nachfolger ein Problem hat

Wenn Irène Kälin für Jonas Fricker in den Nationalrat nachrutscht, wird ihr Sitz im Grossen Rat frei. Der Kandidat für ihre Nachfolge steht fest: Maurus Kaufmann. Der 27-Jährige aus Seon hat jedoch ein Problem.

Merken
Drucken
Teilen

Seit Anfang Schuljahr unterrichtet er als Lehrer an der Kantonsschule Wettingen. Das Unvereinbarkeitsgesetz schreibt vor, dass Kantilehrer wegen Interessenkonflikten kein Grossratsmandat übernehmen können. «Vor einem halben Jahr hätte ich sofort Ja gesagt», sagt der Seetaler gegenüber Tele M1.

Doch nun falle ihm die Entscheidung nicht mehr so leicht. «Jetzt muss ich gewisse Sachen mit der Kantonsschule abklären und danach den Entschluss fassen, ob ich das Mandat annehme», sagt er.

CVP-Präsidentin Marianne Binder sieht keinen Interessenskonflikt bei Kantonsschullehrern im Grossrat. Sie hat einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Damit Volksschullehrer nicht über ihren eigenen Lohn entscheiden, schlägt sie eine Ausstandspflicht vor.

Eine allfällige Gesetzesänderung dürfte für Kaufmann aber zu spät kommen. Wenn er Grossrat und Lehrer sein will, muss er sein Pensum auf 20 Prozent reduzieren oder in einem anderen Kanton unterrichten. (JGL)