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Nancy Holten: «Nationalrat käme noch zu früh» – doch sie überlegt sich eine Grossrats-Kandidatur

Beide kandidieren nicht: Nancy Holten und Jonas Fricker, hier bei einer Parteiversammlung im Sommer 2017.

Beide kandidieren nicht: Nancy Holten und Jonas Fricker, hier bei einer Parteiversammlung im Sommer 2017.

Die umstrittene Tierschützerin steht nicht auf der Grünen-Liste, überlegt sich aber eine Grossratskandidatur.

Auf den ersten acht Plätzen der Nationalratsliste der Grünen stehen acht Frauen. Ein bekannter Name fehlt aber: Nancy Holten, die nach ihrer Einbürgerung im Sommer 2017 den Aargauer Grünen beigetreten war.

Damals sagte die Fricktalerin, sie wolle sich für den Tierschutz engagieren, die vegane Ernährung bekannter machen und in die Politik einsteigen. «Ich kann mir vorstellen, bei den nationalen Wahlen 2019 anzutreten», verkündete Holten kurz darauf. Sie träume davon, an sinnvollen Gesetzen mitzuarbeiten und werde mit ihrer Partei die Möglichkeiten besprechen.

Politisch tätig wurde Nancy Holten seither aber nicht, obwohl sie gegenüber Tele M1 gesagt hatte: «Das ist ein Traum von mir, deshalb habe ich überhaupt den Schweizer Pass beantragt.»

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Was ist aus den Ambitionen der gebürtigen Holländerin geworden? «Ich bin immer noch Parteimitglied und eine Grüne durch und durch», sagt Holten auf Nachfrage der AZ. Nach mehreren Gesprächen sei sie aber zum Schluss gekommen, dass es zu früh wäre für eine Kandidatur als Nationalrätin. «Ich möchte das Ganze schrittweise angehen, für ein solches Amt fehlt mir noch die politische Erfahrung», sagt sie.

Grüne setzen auf Erfahrung

Nancy Holten, die sich auf Twitter als Reality-Darstellerin, Moderatorin, Referentin, Coach, Youtuberin, Schauspielerin, Model und Vegan-Botschafterin bezeichnet, ist längst national bekannt. Im Sommer 2017, als die Tierschützerin den Aargauer Grünen beitrat, posierte sie auf einem Foto mit dem damaligen Nationalrat Jonas Fricker. Dieser sagte, die Aufnahme von Holten sei für die Grünen kein Risiko. «Wir sind eine Partei der Vielfalt, sie passt zu uns.»

Eine bekannte Frau, die gerne in der Öffentlichkeit auftritt: Das wären doch gute Voraussetzungen für eine Quereinsteigerin in die Politik? Grünen-Präsident Daniel Hölzle sagt auf Anfrage: «Es stimmt, dass Nancy Holten einen grossen Bekanntheitsgrad hat, sie polarisiert aber auch stark.» Die Grünen hätten bei der Zusammenstellung der Nationalratsliste darauf geachtet, «dass alle Kandidierenden schon Erfahrung und einen politischen Leistungsausweis haben». Dies fehle Holten, deshalb stehe sie auch nicht auf der Wahlliste.

Der erste Schritt in die Politik könnte für Holten nun bei den Grossratwahlen im kommenden Jahr erfolgen. «Es wäre eine Ehre für mich, wenn ich angefragt würde und für die Grünen kandidieren könnte», sagt sie. Interesse für einen Platz auf der Grossratsliste 2020 hat Holten auch parteiintern schon angemeldet. «Ich habe die Fricktaler Grossrätin Gertrud Häseli schon informiert, dass ich gerne zur Verfügung stehe.»

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