Wahlen 2019

Nationalrat Maximilian Reimann tritt auf Seniorenliste nochmals an

«Das darf ja nicht sein»: Deshalb braucht es laut Maximilian Reimann eine Senioren-Liste

«Das darf ja nicht sein»: Deshalb braucht es laut Maximilian Reimann eine Senioren-Liste. Den ganzen Talk finden Sie am Textende.

Der 76-jährige SVP-Nationalrat Maximilian Reimann tritt mit dem «Team 65+» für die Wahlen im Oktober an.

Maximilian Reimann sass zum ersten Mal am 30. November 1987 im Nationalrat. Von 1995 bis 2011 war er Ständerat, seit 2011 ist der Fricktaler für die SVP wieder in der grossen Kammer. Und er hat noch nicht genug. Am Dienstag präsentierten er und fünf weitere Kandidatinnen und Kandidaten das «Team 65+», die neue Aargauer Seniorenliste für die Nationalratswahlen vom 20. Oktober. «Ich will dazu beitragen, dass auch ältere Bürgerinnen und Bürger im nationalen Parlament vertreten sind», sagt Reimann. Nur so sei das Volk richtig abgebildet.

Neben Reimann stehen derzeit drei Männer und drei Frauen auf der Liste. Noch sei sie nicht komplett, sagt der Nationalrat. Das «Team 65+» möchte noch eine Frau und einen Mann mehr auf die Liste bringen und jede Kandidatur zweimal aufführen. Neben Reimann, mit Jahrgang 1942, haben auch Wirtschaftsberater Peter Haudenschild (Jahrgang 1947, FDP-Einwohnerrat, Brugg) sowie Unternehmer Robert P. Hilty (1950, Küttigen) das AHV-Alter bereits erreicht.

Reimann funkt SVP mit Seniorenliste in den Wahlkampf

So berichtet TeleM1: Maximilian Reimann funkt SVP mit Seniorenliste in den Wahlkampf

  

Die anderen Kandidierenden sind jünger: Opernsängerin Barbara Buhofer (ehemals FDP-Gemeindeammann, Birrwil) und Therapeutin Susi Schildknecht-Gut (Jonen) haben Jahrgang 1961, Claudia Bandixen (Hausen), Theologin und ehemalige Kirchenratspräsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau, wurde 1957 geboren. Der Begriff Senior sei denn auch nicht so definiert, dass die Person schon pensioniert sein müsse, sagt Reimann. Vielmehr gehe es darum, dass Personen ab Mitte 50 auf seniorenpolitische Themen sensibilisiert seien.

Maximilian Reimann, Barbara Buhofer und Robert P. Hilty (von links) sind drei der Kandidierenden auf der Aargauer Seniorenliste.

Maximilian Reimann, Barbara Buhofer und Robert P. Hilty (von links) sind drei der Kandidierenden auf der Aargauer Seniorenliste.

Jüngere rücken nach

Die Aargauer Seniorenliste hat keine Parteifarbe. Wo sie sich dereinst angliedern wird, lässt Reimann noch offen. Sollte es wieder eine bürgerliche Verbindung zwischen SVP, FDP und CVP geben, wäre das aus Sicht des Nationalrats der ideale Ort, ansonsten würde ihm eine Verbindung mit der SVP und der FDP zusagen. Dass die Kandidatinnen und Kandidaten von «Team 65+» Wahlchancen haben, davon geht Reimann so oder so aus. Seine Zielvorstellung sei, dass diese Liste mehr Stimmen holt als die CVP, denn: «Ich bin überzeugt davon, dass Senioren auch von Senioren vertreten sein wollen. Deswegen müssen sie uns wählen, denn wir sind einmalig», sagt er.

Tatsächlich steht in der Aargauer Delegation im Nationalrat eine Verjüngung an, vor allem bei der SVP: Sylvia Flückiger (Jahrgang 1952) und Ulrich Giezendanner (1953) treten nicht mehr an. Die Partei hat, neben Maximilian Reimann, auch Luzi Stamm, der 1952 geboren wurde, nicht mehr nominiert. Bei der FDP tritt Corina Eichenberger, die im Oktober 65 Jahre alt wird, nicht mehr an. CVP-Nationalrätin Ruth Humbel ist, mit Jahrgang 1957, derzeit die Nächstälteste. Sie tritt wieder an.

Maximilian Reimann 1987-2019:

Für mehr Geld für die AHV

«Im vorgerückten Alter empfindet man eine Altersguillotine als diskriminierend», stellt Reimann klar. Er habe von Anfang an gesagt, er gebe seinen Platz auf der SVP-Liste ab. Das müsse aber nicht bedeuten, dass er nicht mehr politisch aktiv sei. «Dazu fühle ich mich noch absolut in der Lage», sagt er. Der Erfolg mit Themen, welche die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger betreffen, gibt Reimann recht. So hat er mit einem parlamentarischen Vorstoss im letzten Jahr erreicht, dass sich Autofahrer erst ab 75, statt wie bis anhin ab 70-jährig, alle zwei Jahre ärztlich untersuchen lassen müssen. Für derlei Themen brauche es ältere Politiker, ist der Nationalrat überzeugt: «Jüngere Personen kennen diese Probleme gar nicht, das kommt erst mit dem Alter.» Auch die AHV und die Renten stehen deswegen auf dem Programm von «Team 65+». Reimann befürwortet denn auch die Steuervorlage 17, die im Mai an die Urne kommt. «Ich bin natürlich dafür, dass die AHV mehr Geld bekommt», sagt er.

Der langjährige Nationalrat betont aber, dass er natürlich nichts gegen jüngere Politikerinnen und Politiker habe – nicht nur, weil sein Neffe Lukas Reimann einst der jüngste Nationalrat war. Es komme einfach auf die Mischung an, findet Maximilian Reimann.

Der ganze Talk mit Maximilian Reimann:

Exklusiv: So sieht die „Seniorenliste“ aus!

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