Bankwesen

Neuer UBS-Chef: Wird es nun weniger Filialen geben in der Region?

Was bedeutet der Chefwechsel für die UBS in der Region Aargau/Solothurn?

Was bedeutet der Chefwechsel für die UBS in der Region Aargau/Solothurn?

Die Einsetzung von Ralph Hamers an der Spitze der Grossbank UBS sorgt für Spekulationen über das Filialnetz, auch in den Kantonen Aargau und Solothurn.

Kaum war bekannt, dass der Holländer Ralph Hamers Nachfolger von UBS-CEO Sergio Ermotti würde, begann die Spekulationen darüber, wie viele Stellen er wohl streichen werde und was er mit dem Filialnetz vorhat. In der Region Aargau/Solothurn zählt die UBS zur Zeit 280 Angestellte und 60 Auszubildende auf insgesamt 15 Geschäftsstellen.

Hamers eilt der Ruf voraus, keine falsche Zurückhaltung zu kennen. Er gilt als Digitalisierer, als unzimperlicher Sparer. Bei seinem derzeitigen Arbeitgeber, der holländischen ING-Bank, hat Hamers 7000 Stellen abgebaut, was 12% der gesamten Belegschaft entspricht. Schon am Tag nach Bekanntwerden des Wechsels auf dem Chefstuhl der UBS rechnete die «Handelszeitung» vor, dass ein ähnlich radikales Vorgehen für die UBS bedeuten würde, dass bei derzeit rund 68 000 Mitarbeitern um die 8000 Stellen wegfallen könnten.

Die UBS ist allerdings wie die ganze Bankenbranche schon länger im Umbruch. Zwar hat sich Ermotti nach der Finanzkrise Massenentlassungsplänen von Investoren erfolgreich widersetzt. Aber den Abbau konnte auch er nicht verhindern. Zwischen 2009 und 2019 gingen bei der UBS 25'000 Stellen verloren. Damit bewegt sie sich im Trend. Seit der Krise 2008 haben die westlichen Grossbanken 802'000 Stellen, wie Bloomberg ausrechnete. Und der Trend hält an. Allein für dieses Jahr haben acht Geldhäuser angekündigt, fast 40'000 Stellen abzubauen. Tatsächlich dürfte der Abbau noch viel höher sein, da längst nicht alle Banken transparent informieren.

UBS-Regionaldirektor hat Bank schon fit getrimmt

Der Umbruch ist noch nicht geschafft, der Sprung ins digitale Zeitalter noch nicht vollbracht. Doch fragt sich, was das für die Region bedeutet? Werden Stellen gestrichen? Filialen abgebaut? «Der Wechsel von Herr Hamers zur UBS auf den 1. September wurde erst kürzlich angekündigt. Es ist deshalb viel zu früh, hierzu eine Aussage zu machen», sagt UBS-Regionaldirektor Thomas Sommerhalder. Er gehe aber davon aus, dass in der Region Aargau/Solothurn, die er verantwortet, kaum Potenzial für Abbau bestehe.

Denn in den zehn Jahren, in denen er UBS-Regionaldirektor ist, hat Sommerhalder die Bank in den Kantonen Aargau und Solothurn schon ziemlich fit getrimmt. Allein in den zehn Jahren unter Sommerhalder hat die UBS in der Region die Filialen in Bad Zurzach und Fislisbach geschlossen.

Noch hat die UBS 15 Filialen in der Region

Noch sind in den beiden Kantonen 15 Geschäftsstellen geöffnet, diejenigen in Lengnau und Muri allerdings nur halbtags. Vergleicht man das mit dem Kanton Bern, der einwohnermässig vergleichbar ist wie die Region Aargau/Solothurn, dann fällt auf, dass dort noch rund 37 Geschäftsstellen betrieben werden. Allerdings ist Bern flächenmässig auch mehr als doppelt so gross wie Sommerhalders Hoheitsgebiet.

Mit seiner Einschätzung bezüglich des Filialnetzes ist Sommerhalder nicht allein. Auch Sergio Ermotti geht davon aus, dass es unter neuem Chef nicht massiv schrumpfen wird. Die Filialen hätten auch in einer stärker digitalisierten Welt ihre Berechtigung, sagte er an der Medienkonferenz zu seinem Abgang.

Eine Meinung, die Verwaltungsratspräsident Axel Weber teilt. Digitalisierung und ein starkes Filialnetz seien kein Widerspruch. Was dagegen so gut wie sicher ist: Hamers wird das Filialnetz nicht ausbauen. Und die Veränderungen werden auch unter ihm kaum heftig ausfallen, er wird den Laden nicht auf den Kopf stellen, aber digital voranbringen.

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