Coronapandemie
Neues Anmeldeverfahren für Covid-Impfung im Aargau: Das müssen Sie wissen

Ab Montag ist die Software des Bundes im Einsatz. Risikopersonen müssen ab dann nicht mehr über die Hausärzte einen Impftermin buchen. Die AZ erklärt, wie die Anmeldung funktioniert und warum es weiterhin Geduld braucht.

Noemi Lea Landolt
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Der Impfstoff im Aargau ist weiterhin knapp. Vorrang haben deshalb über 75-Jährige sowie chronisch kranke Personen.

Der Impfstoff im Aargau ist weiterhin knapp. Vorrang haben deshalb über 75-Jährige sowie chronisch kranke Personen.

Sandra Ardizzone

Versprochen hat der Bund die Softwarelösung für die Covid-Impfung auf den 4. Januar. Aber geliefert hat er sie nicht. Deshalb mussten die Spitäler innert kürzester Zeit eine eigene Lösung aus dem Hut zaubern, damit Aargauerinnen und Aargauer einen Impftermin buchen konnten. Ab Montag ändert sich das. Dann komme die Software des Bundes zum Einsatz, teilte das Gesundheitsdepartement mit.

Wie funktioniert die Anmeldung?

Anmelden kann man sich zentral über die Website des Kantons (www.ag.ch/covid-impfanmeldung).

Wer kann sich anmelden?

Neu können sich alle Personen für einen Impftermin registrieren. Das Gesundheitsdepartement empfiehlt aktuell aber nur den Personen aus der Zielgruppe 1, sich anzumelden. Zur Zielgruppe 1 gehören über 75-Jährige und Personen mit chronischen Vorerkrankungen.

Was passiert, wenn ich mich registriert habe?

Die Software weist jeder registrierten Person einen Impftermin in einem der kantonalen Impfzentren zu, sobald genügend Impfstoff verfügbar ist. Die Priorisierung gilt weiterhin. Das heisst, es erhalten zuerst die besonders gefährdeten Personen einen Impftermin.

Wie wird kontrolliert, dass es sich bei unter 75-Jährigen tatsächlich um Personen mit chronischen Vorerkrankungen handelt?

Unter 75-Jährige müssen bis auf Weiteres ein Attest der behandelnden Ärztin vorweisen. Dieses müssen sie zum Impftermin mitbringen.

Kann ich auch bei meinem Hausarzt einen Impftermin buchen?
Im Moment ist das noch nicht möglich. Der Impfstoff sei nach wie vor knapp, deshalb sei eine Impfung in Hausarztpraxen erst ab März möglich, schreibt das Gesundheitsdepartement. Die Hausärztinnen und Hausärzte seien aber bereit, sagte Jürg Lareida, Präsident des Aargauischen Ärzteverbandes gegenüber der AZ.

Wie viele Termine gibt es?

In den beiden Impfzentren an den Kantonsspitälern Aarau (KSA) und Baden (KSB) standen bisher nur etwa 2500 Termine pro Woche zur Verfügung. Nächste Woche sind es bereits 6800 Termine und in der Folgewoche 8300. Die Zahl der verfügbaren Impftermine wird also laufend ausgebaut.

Warum gibt es nicht mehr Termine?

Weil der Impfstoff trotz Zulassung des Moderna-Vakzins knapp ist.

Wann kommt mehr Impfstoff?

Der Kanton hat bereits 15'299 Dosen des Moderna-Impfstoffes erhalten. Dieser wird ab nächster Woche verimpft. In einem ersten Schritt in den Alters- und Plegeheimen. Nächste Woche erwartet der Kanton auch 9562 Impfdosen von Pfizer/Biontech. Diese werden in den beiden Impfzentren am KSA und KSB verwendet.

Wie viele Aargauerinnen und Aargauer sind schon geimpft?

Der Kanton hat bisher 17'744 Impfdosen von Pfister/Biontech erhalten. Diese reichen, um 8872 Personen zweimal zu impfen. Bis am Mittwoch haben laut Gesundheitsdepartement etwa 4500 Personen eine erste Impfung erhalten. 750 von ihnen leben in Alters- und Pflegeheimen.

Wann werden weitere Impfzentren eröffnet?

Im Moment steht noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung, um bereits nächste Woche neue Impfzentren in Betrieb zu nehmen. Eine Anmeldung ist jedoch ab Montag an allen geplanten Standorten möglich. Die Termine werden einfach erst zugewiesen, wenn der Standort in Betrieb ist. Das zweite Impfzentrum des Kantonsspitals Baden auf dem Areal der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) ist voraussichtlich ab dem 25. Januar betriebsbereit.

Wie viele andere Impfzentren sind geplant und wo?

Neben den Impfzentren der beiden Kantonsspitäler in Aarau, Baden und Windisch plant der Kanton Zentren an den Spitälern Muri, Rheinfelden, Laufenburg, Leuggern, Menziken und Zofingen. Sie nehmen ihren Betrieb voraussichtlich ab Februar auf. Das Impfzentrum an der Hirslanden Klinik Aarau folgt dann voraussichtlich ab März.