Für die Projektierung des neuen Polizeigebäudes in der Aarauer Telli beantragt der Regierungsrat vom Grossen Rat zunächst einmal einen Projektierungskredit in der Höhe von 4,44 Millionen Franken.

Im neuen Polizeigebäude sollen vier heutige Aussenstandorte integriert werden. Ausserdem werden zusätzliche, gesetzlich vorgeschriebene Arbeits-plätze für die Polizei geschaffen. Das neue Gebäude dient auch als Schulungsort für sicherheitspolizeiliche Ausbildungen und Trainings für Mitarbeitende von Kantons- und Regionalpolizei.

Grosse Flächen sind für die Kriminaltechnik (Forensik) reserviert, dazu gehören auch Räumlichkeiten für die erkennungsdienstliche Behandlung. Überdies sollen im neuen Gebäude die Ermittler für Wirtschaftsdelikte und die Mitarbeitenden der kantonalen Staatsanwaltschaft einziehen.

Synergien senken Kosten

Für das Polizeigebäude gelten erhöhte Sicherheitsanforderungen hinsichtlich der Einrichtungen der Kriminaltechnik und der Trainingsräume mit Waffen- und Munitionslager. Im Untergeschoss befindet sich zudem eine Tiefgarage mit Platz für 164 Fahrzeuge.

Ab 2027 sollen rund 40 Prozent der Angestellten der Kantonspolizei Aargau am Standort in der Telli arbeiten. Durch die Standortkonzentration können der Stützpunkt im Amtshaus Aarau und der Standort in Buchs aufgehoben werden, zudem zügelt die kantonale Staatsanwaltschaft ins neue Gebäude.

Die Standortkonzentration soll betriebliche Synergien ermöglichen und dadurch Kosten sparen. So könnten Schalter- und Empfangsräume zusammengelegt und Sitzungszimmer sowie der Fahrzeugpool optimal genutzt werden, heisst es in der Botschaft der Regierung an den Grossen Rat.

Mit der neuen Ausbildungsinfrastruktur könne auch die Aus- und Weiterbildung effizienter durchgeführt werden. Besonders werden Kantons- und Regionalpolizei von den Schiess- und taktischen Trainingsräumen profitieren. Künftig stehe eine moderne technische Infrastruktur zur Verfügung, mit der realitätsnahe Alltagssituationen für Polizisten im kritischen Einsatz nachgebildet werden können, verspricht die Regierung.

Postulat verlangt Verbotenes

Mit der 4,44 Millionen Franken teuren Projektierung soll das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb der Zürcher Generalplanerteams SAM bis zur Baureife weiterentwickelt werden. Die Gesamtkosten werden auf rund 63 Millionen Franken veranschlagt.

Beim Bau soll im Sinne des nachhaltigen Bauens auf die Verwendung von ökologischen Baumaterialien mit einem tiefen Anteil an grauer Energie und geringen Treibhausgasemissionen geachtet werden.

Holz wird dabei für die Fensterkonstruktion, den Innenausbau und die Oberflächen verwendet. Zusätzlich soll geprüft werden, ob die Deckenkonstruktionen mit vertretbaren Mehrkosten in einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion realisiert werden kann.

Es wird allerdings nicht möglich sein, den sechsgeschossigen Bau ganz aus Schweizer Holz zu bauen, wie dies in einem Postulat von Grossrat Daniel Wehrli (SVP) und 13 Mitunterzeichnenden gefordert worden war.

Die direkte und ausdrückliche Forderung nach Schweizer Holz in der Ausschreibung sei submissionsrechtlich nicht zulässig, erklärt die Regierung. Unzulässig wäre es auch, wenn der Kanton für Gebäude eine bestimmte Konstruktionsart verlangen würde.

Zudem würden Deckenkonstruktionen in einer reinen Holzbauweise zu Mehrhöhen führen, die aufgrund des geltenden Gestaltungsplans nicht erlaubt wären. Der Grosse Rat wird im 2. Quartal 2019 über den Projektierungskredit befinden. Der Baubeginn ist für 2022 geplant.