Fall Lucie

Nicole Trezzini: «Wir wissen noch nicht, ob wir ans Bundesgericht gehen»

Nicole Trezzini möchte das Urteil des Obergerichts nach dem Tod ihrer Tochter in Ruhe studieren. (Archiv)

Nicole Trezzini möchte das Urteil des Obergerichts nach dem Tod ihrer Tochter in Ruhe studieren. (Archiv)

Das Aargauer Obergericht hat die Einstellung des Strafverfahrens im Fall Lucie gegen fünf Kantonsmitarbeiter bestätigt. Lucies Mutter Nicole Trezzini zeigte sich gefasst. Ob sie das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen will, lässt sie offen.

Das Obergericht hat entschieden: Gegen die Kantonsangestellten, die Lucies Mörder Daniel H. laufen liessen, gibt es kein Strafverfahren (die az berichtete). Das Gericht hat damit die Beschwerde der Eltern des im März 2009 in Baden getöteten Au-pair-Mädchens abgewiesen.

Nicole Trezzini, die Mutter der getöteten Lucie, weiss erst seit heute Dienstag, dass ihre Beschwerde vom Aargauer Obergericht abgelehnt wurde.

Nicole Trezzini wirkt am Telefon sehr gefasst. Auch wenn der Tod ihrer geliebten Tochter Lucie tagtäglich präsent sei, «geht es mir gut - ich bin ruhig», sagt sie.

Sie habe den gewaltsamen Tod von Lucie verarbeitet. «Ich kann heute damit leben und ich lebe wieder gut», so Trezzini weiter.

Für Lucie's Eltern, Roland und Nicole Trezzini, bleibt nun nur noch der Gang vors Bundesgericht. «Wir wissen noch nicht, ob wir vor Bundesgericht gehen», sagt Nicole Trezzini auf Anfrage der az. Die Familie müsse das Urteil des Gerichtes zuerst im Detail zusammen mit dem Anwalt studieren. Das brauche etwas Zeit, es sei 40 Seiten dick.

Mutter hat den Tod verarbeitet

Die Trezzinis wehrten sich gegen einen Entscheid des ausserordentlichen Staatsanwalts vom 21. Januar 2013. Dieser hatte verfügt, dass ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen die fünf Personen, die mit dem Straf- und Massnahmenvollzug des Täters Daniel H. befasst waren, eingestellt wird.

Nicole Trezzini will für den Mörder ihrer Tochter nicht nur lebenslänglich, sondern lebenslängliche Verwahrung.

Nicole Trezzini will für den Mörder ihrer Tochter nicht nur lebenslänglich, sondern lebenslängliche Verwahrung.

In einer Medienmitteilung teilte das Obergericht nun mit, dass den fünf Kantonsangestellten kein fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen sei.

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