Ende Januar atmeten die Mitglieder der Regionalkonferenz Nördlich Lägern auf. Denn die Nagra hatte entschieden, sich in der Suche für ein mögliches Atommüll-Endlager auf zwei der sechs möglichen Standorte zu konzentrieren (wir berichteten). Nördlich Lägern war einer jener drei, die ausschieden. Mit Jura-Südfuss fiel ein zweiter Standort, der in den Aargau hineinreicht, aus dem Rennen. Jura Ost (Bözberg) dagegen blieb einer der zwei möglichen Varianten. Die Nagra stellte beim Bundesamt (BFE) für Energie den Antrag, die anderen vier Standorte Jura Südfuss (SO/AG), Nördlich Lägern (ZH/AG), Südranden (SH) und Wellenberg (NW/OW) zurückzustellen. 

Nagra-Visualisierung: Wie ein Tiefenlager an der Erdoberfläche aussehen würde und wie es aufgebaut ist.

Nagra-Visualisierung: Wie ein Tiefenlager an der Erdoberfläche aussehen würde und wie es aufgebaut ist.

Doch das ist nun Schnee von gestern. Verantwortlich dafür ist ein Entscheid der Atomaufsichtsbehörde ENSI, das die Unterlagen geprüft hat. Weil die eingereichten Unterlagen nicht ausreichen bezüglich der «bautechnischen Machbarkeit» nicht ausreichen, fordert es weitere Unterlagen von der Nagra, der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle.

Aargau immer noch im Endlager-Rennen – ist das fair?

Aargau immer noch im Endlager-Rennen – ist das fair?

Nagra-Geschäftsführer Thomas Ernst stellte sich in der Sendung «Fokus» auf Tele M1 den drängendsten Fragen. Ist es wirklich nur fair, dass Aargau und Zürich im Rennen um das Endlager bleiben, weil sie einen Drittel der Schweizer Kernkraftwerke besitzen? Müsste der Aargau als AKW-Standort-Kanton nicht eher entlastet werden? (April 2015)

Das hat Folgen für Nördlich Lägern. Hanspeter Lienhard, Präsident der Regionalkonferenz, erklärt das. «Das ENSI kann aufgrund der von der Nagra eingereichten Unterlagen keine Angaben machen, ob der Rückstellungsantrag der Nagra für unsere Region sicherheitstechnisch richtig ist oder nicht. Es ist also zurzeit offen, wie es in unserer Region mit dem Verfahren weitergeht.»

Petition gegen Endlager-Standort Bözberg eingereicht

Fricktaler sammelte Unterschriften: Petition gegen Endlager-Standort Jura Ost (Bözberg) eingereicht. (April 2015)

Bis die neuen Unterlagen geprüft worden sind, dürften nun sechs bis zwölf Monate vergehen. Erst dann ist klar, ob Nördlich Lägern zurückgestellt wird oder nicht. Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern wolle nun mit dem BFE abklären, was dies für die Regionalkonferenz bedeute. «Sicher aber sind viele unserer Mitglieder enttäuscht», sagt Hanspeter Lienhard. (pz)