Corona-Massnahmen
Nun beginnt das grosse Absperren in den Aargauer Läden – das gilt ab kommendem Montag

Wer Lebensmittel oder andere Güter des täglichen Bedarfs verkaufte, durfte bisher sein gesamtes Sortiment verkaufen, auch etwa Kleider oder Spielzeuge. Das ändert sich nun. Zudem: Sämtliche Änderungen für Aargauer Läden auf einen Blick.

Raphael Karpf
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Waren, die nicht für den täglichen Bedarf sind, dürfen nicht länger verkauft werden.

Waren, die nicht für den täglichen Bedarf sind, dürfen nicht länger verkauft werden.

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Läden, die keine Waren für den täglichen Bedarf verkaufen, sind im Aargau schon seit Ende Dezember zu. Dies auf Anordnung des Kantons. Nun müssen sie bis Ende Februar zu bleiben. Diesmal auf Anordnung des Bundes. Während beide Schliessungen sehr ähnlich sind, gibt es aber auch einige kleine Unterschiede. Diese betreffen die Öffnungszeiten, das Sortiment, das verkauft werden darf, und das Absperren von ganzen Regalen in den Läden. Dies gilt ab nächstem Montag:

Nicht mehr alles darf verkauft werden

Der wohl grösste Unterschied betrifft das ganze Absperren von Regalen in Läden. Ein Geschäft, das sowohl Lebensmittel als auch Spielsachen verkauft, zum Beispiel ein Migros, durfte bis anhin alle Waren verkaufen – während gleichzeitig Spielzeugläden geschlossen waren. Neu dürfen solche Läden nur noch diejenigen Waren verkaufen, die laut Liste des Bundes zu den Waren des täglichen Bedarfs zählen. In den Migros, Coop und Co. müssen also bald wieder ganze Regale abgesperrt werden.

Allerdings: Genau genommen dürfen manche Waren einfach nicht mehr verkauft werden. Wie die Läden das im Detail machen, ist ihnen überlassen, theoretisch könnten sie die Ware auch noch an der Kasse aussortieren. Im Frühling, während des 1. Lockdowns, wurden Ladenbesitzer verzeigt, die verbotene Waren nicht abgesperrt hatten. Weil dann aber nicht bewiesen werden konnte, dass sie diese Waren auch tatsächlich verkauft hatten, erfolgten Freisprüche.

Abends länger und am Sonntag offen

Eine zweite Änderung betrifft die Öffnungszeiten. So mussten bis anhin Lebensmittelläden, auch Tankstellenshops, abends um 19 Uhr schliessen. Und am Sonntag durften sie nicht öffnen. Diese Einschränkungen werden aufgehoben.

Waren, die verkauft werden dürfen

Grundsätzlich dürfen keine Waren verkauft werden, ausser diejenigen, die der Bund explizit erlaubt. Die Liste sieht wie folgt aus:

Damit ändert sich im Vergleich zu was bis anhin galt praktisch nichts. Auch der Aargau hat im Dezember eine Liste mit den Waren veröffentlicht, die noch verkauft werden dürfen. Diese sah praktisch gleich aus. Die einzelnen Unterschiede sind:

  • Statt «Haushaltsartikel» dürfen neu nur noch Waren der Kategorie «Koch- und Essgeschirr» verkauft werden. Kerzen fallen ebenfalls darunter.
  • Werkstätten, etwa eine Velomechaniker, dürfen nur noch Velos reparieren, keine mehr verkaufen.
  • Auch Tiere dürfen neu verkauft werden, sofern sie «zur Gewährleistung einer artgerechten Haltung erworben werden müssen».
  • Statt Textilien, die «Verbrauchsgüter»-Charakter haben, dürfen neu nur noch «Strumpfwaren, Unterwäsche und Babybekleidung» verkauft werden. Und auch nur, sofern sie «nach Art und Preis Verbrauchsgütercharakter haben».

Welche Waren damit ganz genau im Detail verkauft werden würden und welche nicht, ist noch nicht abschliessend geregelt. Auch im Frühling, während des 1. Lockdowns, dauerte es eine Weile, bis sämtliche Ladenbesitzer wussten, was sie verkaufen dürfen und was nicht. Entsprechend kulant war die Polizei zu Beginn bei den Kontrollen. Zu den aktuellen Kontrollen schreibt der Kanton auf Anfrage: «Gemeinsam mit den involvierten Stellen wird eine Umsetzungspraxis definiert werden. Einige Vollzugsfragen können erst nach Diskussion der vielfältigen Praxiserfahrungen beantwortet werden.»