Bundeswahlen 2019

Operation Libero profiliert sich in Nationalratswahlen – und präsentiert fünf Kandidaten

Aargauer Politiker kandidieren unter der Flagge von Operation Libero, stehen aber auf unterschiedliche Listen: Yvonne Feri (SP), Beat Flach (GLP), Christina Bachmann (CVP), Maya Bally (BDP) und Yannick Berner (FDP).

Bisher hat sich die Operation Libero in Abstimmungskämpfen und als Gegenspielerin der SVP einen Namen gemacht. Nun präsentiert die Bewegung im Aargau fünf Kandidatinnen und Kandidaten für den Nationalrat. Es ist keine weitere Wahlliste, sondern ein überparteiliches Politquintett. Auf dem Fünferticket, wie es Silvan Gisler, Mitgründer und Kommunikationschef der Operation Libero, gegenüber der AZ nennt, stehen die Namen von Yvonne Feri (SP), Beat Flach (GLP), Christina Bachmann-Roth (CVP), Maya Bally (BDP) und Yannick Berner (FDP).
Ausser Flach und Bachmann, deren Parteien in einer Listenverbindung zusammenarbeiten, sind die Kandidatinnen und Kandidaten am 20. Oktober keine Verbündeten, sondern Konkurrenten.

Das ist für Gisler kein Widerspruch: «Es sind Persönlichkeiten, die für fortschrittliche Inhalte einstehen. Das kann man auch, wenn man sich in anderen Dingen uneinig ist und nicht dieselbe Parteifarbe trägt.»

Wandelwahl-Team wird am Dienstag vorgestellt

Für die Operation Libero gehe es am 20. Oktober um eine Wandelwahl, sagt Gisler weiter. Die heutige Mehrheit im Bundesparlament stehe für den Stillstand, verhindere Reformen, sei wenig kompromissfähig. «Die Wahlen sind für uns deshalb ein Referendum über die Schweiz, über Fortschritt oder Stillstand», sagt Gisler. Wenn es in wichtigen Themen nicht vorwärts gehe, würden Chancen vernichtet: «Wenn wir die Bekämpfung des Klimawandels verschlafen, wenn wir keine Antworten bei der Digitalisierung finden, wenn wir unsere Beziehung mit Europa nicht pflegen und gestalten», zählt er als Beispiele auf.

An einem Lancierungs-Event am Dienstag in Aarau treten die fünf Kandidierenden auf, die im Aargau unter der Flagge der Operation Libero antreten. Ziel sei es, möglichst viele Leute zu motivieren selbst aktiv zu werden uns sich eigenständig für die «Wandelwahl» einzusetzen. «Wir stellen dabei die Ideen, Ziele und Köpfe der Kampagne vor», kündigt Silvan Gisler an, «und wir wollen gemeinsam diskutieren und Pläne schmieden.»

Fortschritt in sieben Punkten definiert

«Wir haben sieben Felder festgelegt mit Grundsätzen, Zielvorstellungen und konkreten Forderungen», sagt Gisler. Darunter finden sich neben mehr Klimaschutz, dem EU-Rahmenabkommen, Schutz der Privatsphäre im digitalen Raum, freien Lebensentwürfen mit mehr Gleichstellung und einem flexibleren Rentenalter auch Forderungen, die im Aargau kaum mehrheitsfähig sein dürften. «Wer die Schweiz als Lebensmittelpunkt hat, soll im Grundsatz Anspruch auf das Bürgerrecht haben», heisst es dort unter anderem.

Ausserdem dürften nur die beiden Bisherigen Yvonne Feri und Beat Flach realistische Wahlchancen haben. Dennoch hofft Gisler, bei der «Wandelwahl» mehr fortschrittliche
Politiker in den Nationalrat zu bringen. In zwölf Kantonen portiert die Operation Libero mehr als 40 Kandidierende aus sechs Parteien (FDP, CVP, BDP, GLP, SP, Grüne). Später sei geplant, dass sich über eine Webplattform alle weiteren Kandidierenden für die Inhalte und die «Wandelwahl» aussprechen können, sagt Gisler. «Es ist klar, dass es viele wei-tere gute Kandidatinnen und Kandidaten da draussen gibt.»

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