Pandemiebekämpfung
Die SP Aargau fordert Luftfilter an Aargauer Schulen und schickt den SVP-Regierungsräten einen offenen Brief

Experten und Politiker fordern Luftfilter in Schulzimmern, um die Luftqualität zu verbessern. In der Bewältigung der Pandemie ein wichtiger Faktor, findet auch die SP Aargau. Deshalb hat sie nun einen offenen Brief an die Aargauer Regierungsräte Gallati und Hürzeler geschickt.

Drucken
Teilen
Lüften und Luftfilter helfen, dass sich in Schulzimmern die Aerosole nicht übermässig verbreiten können.

Lüften und Luftfilter helfen, dass sich in Schulzimmern die Aerosole nicht übermässig verbreiten können.

Keystone

Im Aargau haben sich die Klassenzimmer wieder gefüllt, denn die Sommerferien sind vorbei. Schülerinnen und Schüler sitzen wieder in den Innenräumen – und das ohne Maske.

Verschiedentlich haben Experten und Politiker – unter anderem der künftige Präsident der GLP Aargau, Philippe Kühni – gefordert, dass Schulzimmer mit Luftfiltern ausgerüstet werden. Automatische Lüftungsanlagen mit Filtern, wie sie in modernen Bauten teilweise zur Anwendung kommen, können die Aerosolbelastung wirksam senken, erklärt Kühni. Bei älteren Gebäuden könne Frischluft aber nur mittels Fensterlüftung zugeführt werden. Es gebe jedoch Luftreiniger, die die Luft in wenigen Minuten reinigen und damit das Infektionsrisiko senken könnten.

Die Thematik hat nun auch die SP Aargau auf den Plan gerufen. Sie hat den beiden SVP-Regierungsräten Jean-Pierre Gallati (Gesundheitsdirektor) und Alex Hürzeler (Bildungsdirektor) einen offenen Brief geschrieben. Darin fordern die Sozialdemokraten zusätzliche Vorgaben betreffend Luftqualität sowie CO2-Messgeräte und Luftfilter für alle Schulen im Kanton Aargau. Es gelte, die nötigen Massnahmen zu ergreifen, um die Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen vor Ansteckungen zu schützen und (Long)-Covid-Fälle zu verhindern. Unter die nötigem Massnahmen falle, dass die Luftfilter in denjenigen Räumlichkeiten eingesetzt werden, in welchen nur schlecht gelüftet werden kann.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler (links) und Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler (links) und Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati.

Bilder: Britta Gut

Im Brief, der von der Kantonalpräsidentin, Gabriela Suter, unterzeichnet ist, steht weiter: «Diese Anschaffungen sind auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie sinnvoll, denn gute Luft in den Schulzimmern ist wichtig für die Konzentrationsfähigkeit und Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler und der Lehrpersonen.» Studien würden belegen, dass durch dichte Belegung der Schulräume und die zunehmende Verbesserung der Wärmedämmung die Luftqualität massiv schlechter werden kann. Vor zwei Jahren habe eine Studie des BAG ergeben, dass die Luftqualität in zwei von drei Schulzimmern ungenügend ist.

Nationalrätin und SP-Aargau-Präsidentin Gabriela Suter.

Nationalrätin und SP-Aargau-Präsidentin Gabriela Suter.

Alex Spichale

Die SP schliesst ihren Brief mit einer Bitte, gerichtet an die beiden Regierungsräte Gallati und Hürzeler, ab: «Wir bitten Sie, sehr geehrte Herren Regierungsräte, gemeinsam mit Ihren Departementen Vorgaben und Empfehlungen zu Handen der Gemeinden auszuarbeiten und bei den kantonalen Schulen selbst Massnahmen zu ergreifen, damit zeitnah die Luftqualität in den Aargauer Schulzimmern verbessert werden kann.»

Kanton prüft Anliegen, SP soll «zu gegebener Zeit» eine Antwort erhalten

Simone Strub, Mediensprecherin des Bildungsdepartements, bestätigt auf Anfrage: «Das Schreiben der SP Aargau ist bei den Regierungsräten Gallati und Hürzeler eingegangen.» Wie in jedem Fall, wenn sich jemand die Mühe nehme, Regierungsmitgliedern mit ernsthaften Anliegen zu schreiben, würden diese nun unter Einbezug der betroffenen Departemente geprüft.

Die SP Aargau werde zu gegebener Zeit eine Antwort auf ihren offenen Brief erhalten, dies könne innerhalb eines halben Tages aber nicht in seriöser Weise erfolgen. Deshalb äussern sich Bildungs- und Gesundheitsdepartement auch nicht zu den Fragen der AZ, ob eine kantonale Regelung für Luftfilter und -qualität in Schulzimmern nötig sei und ob sich der Kanton an den Kosten für die Geräte beteiligen würde. (cri/fh)

Aktuelle Nachrichten