Persönlich
Das Konfliktpotenzial ist hoch: Der Biber, der freche kleine Bruder – und wo er Sympathieträger ist

Er ist immer wieder für eine Geschichte gut – für die einen im positiven, für die anderen im negativen Sinne: Der Biber. Unser Autor erklärt, warum er den Nager mag.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
Drucken

Die amerikanischen Ureinwohner bezeichneten den Biber als kleinen Bruder – weil er ähnlich wie der Mensch in der Lage ist, die Landschaft durch Bautätigkeiten zu verändern. Der Biber spielt auch in indianischen Schöpfungsgeschichten eine Rolle; er soll durch seine Dämme das Wasser vom Land getrennt und so das Leben der Landtiere und des Menschen möglich gemacht haben.

Ein Biber knabbert die Rinde von Weidenästen ab.

Ein Biber knabbert die Rinde von Weidenästen ab.

DPA

Doch die Nager, von denen es im Aargau mehr als 350 Exemplare gibt, können auch für Ärger sorgen. An der Bünz in Wohlen fällten sie fast den ganzen Baumbestand, was Spaziergängern missfiel. In Aarau grub eine Biberfamilie ihren Bau in den Mitteldamm der Aare, etwas weiter fluss-abwärts musste ein Pumpwerk vom Netz genommen werden – der Biber hatte die Fassung geflutet, Keime waren ins Grundwasser gelangt.

Immer wieder kommt es zu Konflikten mit dem Menschen, so sollen vor kurzem Unbekannte in Bottenwil Feuerwerkskörper in einen Biberbau geworfen haben. Bauern im Reusstal, deren Felder und Drainagen wegen Biberdämmen unter Wasser standen, forderten auch schon den Abschuss von sogenannten Problembibern.

Sympathieträger ist das Tier in einem Kinderbuch über das Wasserschloss Brugg-Windisch: Biber Ben begleitet die Leserschaft durch die Geschichte. Ich selber mag den Biber – auch wenn er oft ein frecher kleiner Bruder des Menschen ist, wie das bei jüngeren Geschwistern eben vorkommt.

Aktuelle Nachrichten