Digitalisierung

Pilotprojekt «eBau»: Baugesuch per Mausklick statt dicker Mappen

In drei Gemeinden können Baugesuche nun online eingereicht werden.

In drei Gemeinden können Baugesuche nun online eingereicht werden.

Auch im Aargau können jetzt in den Pilotgemeinden Aarburg, Endingen und Möhlin Baugesuche elektronisch eingereicht werden. In Möhlin sind bereits drei Baugesuche auf diesem Weg eingegangen.

«Die Digitalisierung beschäftigt auch die Verwaltung», stellte Landammann Stephan Attiger an einer Medienkonferenz zur Einführung des elektronischen Baubewilligungsprozesses fest. Wie er betonte, gibt es keine Alternative zur Digitalisierung. Attiger: «Die Zeit für E-Government ist unbestritten da.»

Der Kanton hat denn auch entsprechende finanzielle Mittel eingestellt. Schliesslich verspricht man sich von E-Government nicht bloss eine administrative, sondern auch eine finanzielle Entlastung. Vom gesamten E-Government-Modul wird ein Entlastungsvolumen erwartet, das auf jährlich zwei bis fünf Millionen Franken geschätzt wird.

Interaktiv und transparent

Eine wichtige Rolle im E-Government kommt dem elektronischen Baubewilligungsprozess zu. «Seit Ende Oktober 2017 ist die Baubewilligungslösung eBau Aargau in den Pilotgemeinden Aarburg, Endingen und Möhlin online», erklärte Felicitas Siebert, Leiterin Abteilung Baubewilligungen im BVU. «Wir hoffen, bis 2019 für alle Gemeinden eine vollständige Lösung anbieten zu können.»

Mit eBau können Bauherrschaften und Architekten ihre Baugesuche direkt im Online-Schalter des Kantons erfassen und zusammen mit sämtlichen Unterlagen elektronisch einreichen. «Zusätzlich nötige Formulare», so Projektleiter Markus Krause, «werden automatisch generiert.» Auf der anderen Seite kann die Bauverwaltung das Gesuch verwalten und die nötigen Prozessschritte auslösen. Die Kommunikation zwischen den Beteiligten – Gesuchstellende, Gemeinde und Kanton – erfolgt auf digitalem Weg. Ausnahmen sind fristauslösende Verfügungen und fristgebundene Eingaben.

Die Kosten für die Entwicklung von eBau werden vom Kanton übernommen. Damit entfallen für die Gemeinden Beschaffungs- oder Lizenzgebühren. Erhoben wird aber eine jährliche Pauschale für die Abgeltung der Kosten für den Betrieb von eBau, die für den ganzen Kanton mit jährlich 50 000 Franken angegeben werden. Für die Gemeinden ergeben sich zusätzliche Kosten für die nötige Hardware – nicht zuletzt für einen PC für die Sicherstellung der öffentlichen Auflage.

Gute Aufnahme

«eBau schafft klare Verbesserungen auf allen Stufen», stellte Landammann Attiger fest. «eBau bietet Transparenz – auch über den Stand der Verfahren – und Gewähr für die Vollständigkeit der Unterlagen.»

In den Pilotgemeinden findet eBau positive Aufnahme. «Die Motivation der Bauverwaltung Surbtal für die Einführung von eBau liegt klar in einer Änderung des Verhaltens durch die Digitalisierung», erklärte Ralf Werder, Gemeindeammann von Endingen und Vertreter der gemeinsamen Bauverwaltung von Endingen, Lengnau und Tegerfelden. Er verwies dabei auf die Gemeinde-App. «Wir können uns nicht gegen die Digitalisierung wehren. Wir wollen zu den Akteuren gehören.»

Man erwarte durch eBau effizientere Abläufe in der Administration und dadurch eine Steigerung der Qualität, so Rolf Walser, Gemeinderat in Aarburg. «Unsere Mitarbeitenden sind höchst motiviert. Bis jetzt ist noch kein Baugesuch elektronisch eingegangen. Aber wir haben ein analoges Gesuch mit eBau bearbeitet.»

Seit 1. November seien in Möhlin drei Baugesuche elektronisch eingereicht worden, sagte Markus Fäs, Gemeinderat von Möhlin. «eBau wird sehr geschätzt, insbesondere die interaktive Führung durch den Prozess. Auf der Verwaltungsseite sehen wir nur Vorteile. Ich bin überzeugt, dass mittelfristig auch ein ökonomischer Gewinn resultieren wird.»

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