Car-Pooling

Politiker wollen mehr Fahrgemeinschaften

Die Auslastung des Car-Pooling-Parkplatzes bei der Autobahnauffahrt Kölliken überschreitet die 100-Prozent-Marke regelmässig.

Die Auslastung des Car-Pooling-Parkplatzes bei der Autobahnauffahrt Kölliken überschreitet die 100-Prozent-Marke regelmässig.

Der ehemalige Aarburger Stadtammann Paul Sutter und SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger kämpfen für mehr Car-Pooling-Parkplätze.

Für den Aarburger Paul Sutter ist klar: «Fahrgemeinschaften als Teil der kombinierten Mobilität nutzen die Infrastruktur besser.» Der Ex-Stadtammann und ehemalige stellvertretende Leiter des Strassenverkehrsamts stellt in der Praxis fest, dass – insbesondere in Rothrist und bei Kölliken – Car-Pooling-Parkplätze in der Nähe der Autobahnauffahrten sehr gut belegt sind. Offensichtlich werden hier die angestrebten Fahrgemeinschaften gebildet. Sutter findet, solche müssten noch stärker gefördert werden – nicht nur mit Blick auf die tagtäglich pendelnden Arbeitnehmerinnen und -nehmer, sondern auch auf Geschäftsleute, welche sich für ein Meeting treffen. Weshalb mit zwei oder drei Autos zu einer Sitzung nach Aarau fahren?

Car-Pooling-Parkplätze sind nicht ausgeschildert

Dazu müsste der Weg hin zu Car-Pooling-Parkplätzen beschildert werden. «Leider gibt es in der Signalverordnung keine entsprechenden Schilder», stellt Sutter fest. Eine Anfrage Sutters beim Bund hat ergeben, dass solche kein Thema sind. Begründung: die Mengenanhäufung der Signale auf unseren Autobahnen. Auf diesen ist auch nicht signalisiert, ob eine Autobahnraststätte über eine Ladestation für E-Mobile verfügt.

Das zweite Problem: Die Park-and-Pool-Parkplätze im Ostaargau sind chronisch überlastet. Dies hat auch SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger aus Schöftland festgestellt und bereits 2017 eine Motion eingereicht – mehr Parkplätze gefordert. «Ich komme fast täglich am Anschluss Kölliken vorbei und sehe, dass es an allen Ecken und Enden an Parkplätzen fehlt.»

Die Statistik belegt: Nicht nur auf den Autobahnen, sondern auch auf dem übrigen Strassennetz nehmen die jährlichen Staustunden massiv zu. In diesem Zusammenhang interessant und ebenfalls belegt ist, dass der durchschnittliche Besetzungsgrad der Autos im Arbeitsverkehr bei 1,1 Personen verharrt. Das heisst, dass die täglichen Staus zu keiner Verhaltensänderung geführt haben.

Das langfristige Ziel des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation ist, die durchschnittliche Belegung der Autos im Stossverkehr auf 1,5 Menschen zu erhöhen und damit das Verkehrsaufkommen und den Energieverbrauch um fast ein Drittel zu reduzieren. Müsste da Sylvia Flückiger mit ihrer Motion beim Bundesrat nicht offene Türen einrennen? Das tut sie nicht. In ihrer Stellungnahme zuhanden des Parlaments schrieb die Landesregierung Ende 2017 zwar, dass sie Massnahmen, «welche die Effizienz der bestehenden Strasseninfrastruktur steigern», unterstütze. Die durch ein erweitertes Parkplatzangebot zu erwartende Entlastungswirkung schätzt der Bundesrat aber als zu gering ein, um die notwendigen Investitionskosten für Landerwerb, Realisierung und die betrieblichen Folgekosten zu rechtfertigen. Das letzte Wort, nämlich das des Parlaments, ist allerdings noch nicht gesprochen – die Motion noch nicht behandelt.

Im Aargau ist die Forderung der Schöftler Nationalrätin teilweise umgesetzt. So stellt der Kanton an acht Standorten entlang der Autobahnen A1 und A3 520 Parkplätze für Fahrgemeinschaften zur Verfügung.

Deren Auslastung ist unterschiedlich. In Kölliken wird die 100-Prozent-Marke regelmässig überschritten – bei Lenzburg sind im Schnitt nur 37 Prozent der Parkplätze belegt – eine Zahl von 2014. Seither erfasst der Kanton Aargau die Zahl der hier parkierten Autos nicht mehr.

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