Streit-Gespräch

Politische Jungväter: Wermuth will mehr Urlaub, Giezendanner lieber keinen

20 Tage Vaterschaftsurlaub für alle?

20 Tage Vaterschaftsurlaub für alle?

In der Sendung «TalkTäglich» am Dienstagabend diskutierten der frischgebackene Vater und SP-Nationalrat Cédric Wermuth (links) und der baldige Vater und SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner. Sie sind alles andere als gleicher Meinung. Sehen Sie hier die wichtigsten Ausschnitte aus der Sendung.

In der Sendung «TalkTäglich» duellierten sich: der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth, frischgebackener Vater, und der Aargauer SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner, der im August Vater wird. Da prallten Welten aufeinander.

Sollen alle Arbeitnehmer von 20 Tagen Vaterschaftsurlaub profitieren, wie es Gewerkschafter fordern? Und wie soll das finanziert werden? Die Fragen stellte der dritte im Bunde der Jungväter, Stefan Schmid, Inland-Chef der «Nordwestschweiz», der einen zwei Monate alten Sohn hat.

Im Studio prallten Welten aufeinander: Die eine appelliert an die Eigenverantwortung, die andere sieht im Vaterschaftsurlaub eine staatspolitische Aufgabe zur Förderung von Gleichberechtigung.

Wermuth hat drei Wochen Urlaub genommen

Er habe nach der Geburt seiner Tochter drei Wochen Urlaub genommen, sagte Wermuth, der für mehr Vaterschaftsurlaub ist. Für den Berufspolitiker im Milizparlament Wermuth gab es gar keinen Vaterschaftsurlaub von Arbeitgeberseite.

Giezendanner dagegen, der gegen einen Vaterschaftsurlaub kämpft, profitiert bei seinem Arbeitgeber von zwei Tagen. «Zwei Tage zur Vaterschaft sind genug. Darüber hinaus werde ich Ferientage beziehen», liess er durchblicken.

Das Gesellschaftsmodell der Schweiz sei erfolgreich, es messe sich am hohen Glücksfaktor der Schweizerinnen und Schweizer. Im August wird der Spross des Fuhrhalters und SVP-Urgesteins Ulrich Giezendanner selber Vater.

Kontra Vaterschaftsurlaub: Der werdende Vater und SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner ist gegen die aufgezwungenen Ferien.

Kontra Vaterschaftsurlaub: Der werdende Vater und SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner ist gegen die aufgezwungenen Ferien.

«Väter wollen nicht Teilzeit arbeiten»

Wermuths Forderungen gehen darüber hinaus: «20 Tage wären angemessen. Die Schweiz ist diesbezüglich ein Entwicklungsland.» Noch wichtiger als der Urlaub unmittelbar nach der Geburt ist für Wermuth aber, dass Väter ihre Arbeitspensen reduzieren können, um einen Teil der Kinderbetreuung wahrzunehmen.

Giezendanner bemühte sich um Fakten: Ein Drittel der Frauen bleibe nach der Mutterschaft sowieso zu Hause. Zwei Drittel gingen einer Teilzeitarbeit nach und bei den Männern seien es 86 Prozent, die nach der Vaterschaft gar nicht erst reduzierten.

«Weil sie nicht wollen», erklärte Giezendanner. «Weil sie nicht können», konterte Wermuth. Ihr Arbeitgeber ermögliche es ihnen schlichtweg nicht.

Nach dem «Talk» eilten die Jungväter schnurstracks nach Hause zum Kinderwickeln und Giezendanner, um das Kinderzimmer einzurichten.

20 Tage Vaterschaftsurlaub für alle?

20 Tage Vaterschaftsurlaub pro und kontra: Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich».

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