Über 40 Fälle
Primarschule Turgi wird wegen Covid-Ausbruch kurz vor den Sportferien geschlossen

An der Primarschule Turgi haben sich 36 Kinder und fünf Lehrpersonen mit Corona angesteckt. In 16 Fällen wurde eine der neuen Virusvarianten nachgewiesen. Der Kanton schliesst die Schule.

Noemi Lea Landolt
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An der Primarschule Turgi kam es zu einem Corona-Ausbruch.

An der Primarschule Turgi kam es zu einem Corona-Ausbruch.

Tele M1

An der Primarschule in Turgi findet seit Donnerstag wegen Corona kein Präsenzunterricht mehr statt. Insgesamt haben sich 36 Kinder und fünf Lehrpersonen mit Covid-19 angesteckt, wie Tele M1 am Sonntag berichtete. In 16 Fällen ist laut dem TV-Sender eine der neuen, ansteckenderen Virusvarianten nachgewiesen worden.

Das Departement Gesundheit und Soziales bestätigt auf Anfrage der AZ den Ausbruch und spricht von einem «grösseren Fall». Das Contact-Tracing habe die Isolation und Quarantäne angeordnet, sagt Mediensprecher Michel Hassler. Weitere Fragen zum Covid-Ausbruch in Turgi beantwortete er gestern nicht.

Alle Schulkinder müssen in Quarantäne

Es waren die Schulleitung und der zuständige Gemeinderat Markus Wälty, die Tele M1 am Sonntagabend informierten, dass der Kanton entschieden habe, die Schule ganz zu schliessen und alle Primarschulkinder unter Quarantäne zu stellen. Die Familien der Kinder sind davon ausgenommen.

Noch am Sonntagnachmittag war unklar, ob die Schule geschlossen wird oder ob in der letzten Woche vor den Sportferien noch Präsenzunterricht stattfinden würde. Gemeinderat Markus Wälty rechnete damit, dass einzelne Klassen in Quarantäne bleiben und die anderen im Präsenzunterricht unterrichtet werden.

Trotzdem dürfte er sich über den Entscheid, die Schule zu schliessen, gefreut haben. Zu Tele M1 sagte er am Sonntagnachmittag nämlich:

Ganz offen gesagt, habe ich mich schon gefragt, weshalb man die Schule nicht einfach bis zu den Sportferien dichtmacht.

Auch Sabina Gunzinger, Primarlehrerin in Turgi, hatte sich gewünscht, dass die Schule sofort geschlossen wird, anstatt alle im Ungewissen zu lassen. Sie sagte:

Wenn ich arbeiten gehe, denke ich immer: Hoffentlich komme ich wieder gesund nach Hause.

Getestet wurden laut Tele M1 nur jene Schülerinnen und Schüler, in deren Klassen sich die Coronafälle gehäuft hatten. Lehrerin Sabina Gunzinger vermutet aber, dass es auch in jenen Klassen, die nicht getestet wurden, Kinder gibt, die positiv sind.

Man sitze im Klassenzimmer relativ nahe beieinander und einige Kinder hätten noch Geschwister in anderen Klassen, sagte die Lehrerin.

Alle Lehrpersonen mussten zum Covid-Test

Am Sonntag hatten noch nicht alle Lehrerinnen und Lehrer das Testresultat. An der Primarschule hätte deshalb am Montag auch ohne Entscheid des Kantons kein Unterricht stattgefunden. Gemeinderat Markus Wälty sagte zu Tele M1: «Wir hätten schlicht und einfach keine Lehrpersonen gehabt, weil alle in Quarantäne sind.»

Dass der Kanton entschieden hat, die Primarschule Turgi zu schliessen, dürfte auch daran liegen, dass in mehreren Fällen eine der neuen Virusvarianten nachgewiesen worden war. Diese sind ansteckender. Das heisst, sie vermehren sich schneller und werden entsprechend von Infizierten einfacher verbreitet.

Mutiertes Virus wurde auch in Zofingen nachgewiesen

Letzte Woche wurde bekannt, dass sich an der Sekundarschule Zofingen ein Praktikant mit der englischen Virusvariante angesteckt hat. Weil es sich um die Virusvariante handelte, hatte die Kantonsärztin fünf Klassen, die vom Praktikanten unterrichtet wurden, unter Quarantäne gestellt.

Die Schulleitung ging davon aus, dass sämtliche Schülerinnen und Schüler dieser Klasse zum Coronatest aufgeboten werden.