1. August-Feier

Private Feuerwerke verursachen Lärm und oft auch Unfälle - besonders die Tiere leiden

Raketen: Gefährlich und nicht gut für die Umwelt. (Symbolbild)

Raketen: Gefährlich und nicht gut für die Umwelt. (Symbolbild)

Feuerwerke sind schön, aber weder gut für die Umwelt noch für lärmempfindliche Wesen - egal ob Mensch oder Tier.

So schön Feuerwerke auch sind: Gerade Asthmatiker und Tiere leiden unter dem zusätzlichen Feinstaub und dem Lärm, den die Feuerwerke verursachen. Bei Tieren sind besonders Knallkörper ein Problem. «Die meisten Tiere hören wesentlich besser als Menschen und reagieren mit Panik und Flucht auf die laute Knallerei», schreibt der Aargauische Tierschutzverein auf seiner Website. Wenn der Nachbar dieses Jahr ein privates Feuerwerk veranstalte, verschärfe sich das Problem noch. Besitzer von Haustieren sollen mit ihrem Tier im Haus bleiben, alle Fenster schliessen und Fernseher oder Radio laufen lassen.

Personen mit Atemwegserkrankungen haben dagegen mit Feinstaub in der Luft zu kämpfen. «Am 1. August gibt es jeweils einen eindeutig messbaren Anstieg an Feinstaub», erklärt Claude Furginé, Fachspezialist für Luft und Lärm vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons. Dieser Anstieg ist zwar stark, findet aber nur in der Nähe des Feuerwerks statt und dauert nur kurz: «Nach zwei bis vier Stunden geht die Feinstaubkonzentration wieder zurück, weil sich der Feinstaub in der Luft verteilt.» Im Aargau wird dabei der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub am Tag an gewissen Orten kurzzeitig überschritten. Das sei aber selten, so Furginé. Auf das ganze Jahr hinaus verursachen Feuerwerke nur einen Bruchteil des Feinstaubs.

Es gibt nicht mehr Feinstaub, dafür überall ein bisschen

Wegen der grossen Umweltbelastung durch Feuerwerke stimmte der Aargau vor einigen Jahren über die Volksinitiative «zum Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt vor privaten Feuerwerken» ab. Privatpersonen hätten laut Initiativtext nur noch am 1. August Feuerwerk abfeuern dürfen, und zwar nur solches ohne Knalleffekte. Die Initiative wurde im März 2015 mit 65 Prozent der Stimmen abgelehnt.

Kommt es an diesem 1. August zu mehr Lärm und Feinstaub, weil mehr Private ihr eigenes Feuerwerk veranstalten? Samuel Richner vom Komitee der Initiative geht eher vom Gegenteil aus: «Da die offiziellen Feuerwerke nicht stattfinden, denke ich, dass es insgesamt weniger Feuerwerke gibt.» Die meisten Leute, die Vulkane oder Raketen abfeuern, würden das auch tun, wenn die offiziellen Feiern stattfinden würden, so Richner.

Auch Furginé sieht in den privaten 1.- August-Feuerwerken kein grundsätzliches Problem. Die Feinstaubbelastung ist bei vielen kleinen Feuerwerken räumlich und zeitlich verteilter als bei einem einzigen grossen. Deswegen ist die Feinstaubkonzentration nicht so hoch an einem Ort. Diese Verteilung habe aber auch Nachteile, so der Experte: Für Personen mit Atemwegserkrankungen ist es schwieriger, Feuerwerke und schlechte Luft zu meiden – besonders dann, wenn die Rakete im Nachbarsgarten abgefeuert wird.

Grosse Verbrennungsgefahr für Mensch und Tier

Vulkane, Raketen und Co. können aber mehr als nur lärmen und Schadstoffe freisetzen: Sie können auch schwere Verletzungen zufügen. Dies hat Pascal Friedli aus Fislisbach am eigenen Leib erfahren: Als 20-Jähriger verlor er seinen rechten Unterarm, als er an einer Rakete herumspielte, wie Tele M1 berichtet. Der langjährige Feuerwehrmann betont, dass man bereits beim Einkaufen auf gute und sichere Ware achten solle. Natascha Obermayr, Mediensprecherin der SUVA, befürchtet dieses Jahr eine Zunahme an Unfällen, falls es mehr private Feuerwerke gibt.

Der Aargauische Tierschutzverein warnt, dass jedes Jahr auch kleine Wildtiere wie Igel und Mäuse leiden müssen. Diese verkriechen sich gerne in den Holzhaufen, die für 1.-August-Feuer aufgeschichtet werden. Beim Anzünden können sie nicht mehr fliehen und werden lebendig verbrannt. Der Verein rät, Schutzzäune aufzustellen, um dies zu verhindern. (mfl)

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