Siegerprojekt

Psychiatrie Königsfelden mit Neubau: Das Siegerprojekt ist «enthüllt»

Das Siegerprojekt für den Neubau an der Psychiatrie Königsfelden ist von einer Jury gewählt worden. Es heisst «Magnolia» und stammt von den Zürcher Huggenbergerfries Architekten. Die Realisierung ist bis 2018 geplant.

Vor einer Woche hat der Verwaltungsrat der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) entschieden, am Montagabend wurde das Siegerprojekt präsentiert: Unter dem Motto «Die Enthüllung» sahen mehr als 100 geladene Gäste zum ersten Mal, wie die Psychiatrische Klinik Königsfelden erweitert werden soll. Das Rennen gemacht hat das Projek «Magnolia» von Huggenbergerfries Architekten aus Zürich. «Ich fühle mich wie eine Theaterdirektorin», sagte Christiane Roth, Verwaltungsratspräsidentin der PDAG, kurz bevor sich der virtuelle Vorhang hob und Visualisierungen des Projekts auf der Leinwand erschienen.

Der Neubau für die stationäre und ambulante Erwachsenenpsychiatrie in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes ist für die PDAG ein Meilenstein: «Psychisch kranke Menschen profitieren künftig von zeitgemässen Behandlungskonzepten und einer modernen Infrastruktur, die angenehmen Räumlichkeiten tragen wesentlich zur Genesung bei und dank optimierter Betriebsabläufe haben die Mitarbeitenden mehr Zeit für den einzelnen Patienten», heisst es in einer Mitteilung. Der Neubau mit einem Kostendach von 95 Millionen Franken soll im Jahr 2018 fertig sein.

Sieger unter acht Projekten

Insgesamt wurden acht Projekte eingereicht. Vor der Wahl durch den Verwaltungsrat der PDAG fand eine Beurteilung durch die Jury statt. Der Verwaltungsrat folgte der Jury-Empfehlung und entschied sich für ein Projekt, das laut Mitteilung eine «grosszügige Harmonie» ausstrahlt. Lukas Huggenberger und sein Team konzipierten den Neubau als Anlage mit drei Flügeln nordöstlich des denkmalgeschützten Hauptgebäudes. Dadurch entsteht zwischen den beiden Gebäuden ein grosszügiger Hofraum, der sich auf den Seiten zum Park öffnet und ihn so zu einem Teil der Parkanlage macht.

Im Erdgeschoss des Neubaus befinden sich die öffentlichen Räume wie der Empfang mit der Patientenaufnahme sowie der Triage mit Notfallzugang. Das Eingangsfoyer mit einer Magnolie, die Erschliessungshalle und die Cafeteria bilden die Drehscheibe, von der alle Abteilungen direkt erreicht werden können. Zehn Stationen mit je 18 Betten sind auf vier Geschossen um einen Innenhof organisiert. Lukas Huggenberger wies zudem darauf hin, dass die Räume sehr flexibel unterteilt und genutzt werden können.

Das Siegerprojekt überzeugte die Jury durch den schonenden Umgang mit der Parkanlage und den archäologischen Zeugnissen auf dem Areal Königsfelden. Das Erschliessungs- und Nutzungskonzept wurde als gut organisierbar bewertet, die Grundrisse der Stationen als gut gelöst mit räumlichen Qualitäten. Die Rundgänge auf den Stationen mit Sitz- und Bepflanzungsnischen erfüllen die betrieblichen Vorgaben, zudem ergibt sich eine gute Orientierung. «Insgesamt ist Huggenbergerfries ein Projekt gelungen, das bei der städtebaulichen, architektonischen und betrieblichen Qualität sowie beim Bauen im historischen Kontext überzeugt», sagte Jurypräsident Heinz Fugazza über «Magnolia».

Gesamtkosten von 125 Millionen

Die gesamte Erweiterung und Sanierung der Psychiatrie Königsfelden ist in drei Teile aufgegliedert. Teilprojekt 1 umfasst neben dem Neubau «Magnolia» auch die sanfte Renovation des Hauptgebäudes. Das Teilprojekt 2 beinhaltet den Neubau eines kinder- und jugendpsychiatrischen Zentrums für stationäre, tagesklinische und ambulante
Angebote. Im Teilprojekt 3 werden bestehende Pavillons saniert, um dort die Departemente Forensik und Abhängigkeitserkrankungen sowie eventuell weitere Angebote unterzubringen. Die Gesamtkosten für alle drei Projekte liegen bei rund 125 Millionen Franken.

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