Polizei

Rambos sind fehl am Platz: So sieht ein Einsatz der Sondereinheit Argus aus

So kämpft die Sondereinheit Argus gegen Schwerverbrecher

So kämpft die Sondereinheit Argus gegen Schwerverbrecher

Seit bald 50 Jahren steht die Sondereinheit der Aargauer Kantonspolizei in Extremsituationen im Einsatz. Die Identität ihrer Mitglieder bleibt dabei stets geheim.

Gegründet wurde die Sondereinheit Argus Anfang der 1970er-Jahre, als in mehreren europäischen Ländern Anschläge durch linksextremistische Gruppen verübt wurden. Zum Einsatz kommen die 30 Mann etwa 50-mal pro Jahr, dann, wenn Schwerverbrecher gestoppt werden müssen und wenn es so richtig gefährlich wird. «TeleM1» konnte die Truppe bei einem Training in einem leerstehenden Haus in Holderbank begleiten.

Während vor dem Gebäude Stille herrscht, ist im Inneren der Einsatz in vollem Gange. Schwerbewaffnete Polizisten öffnen mit Gewalt eine Türe und stürmen dann ein Zimmer. Dort wartet ein Bewaffneter, maskiert und mit einem Messer ausgestattet.

Mit lauten Zurufen fordern ihn die Argus-Mitglieder auf, sich niederzulegen und zu ergeben. Dann als der Mann auf dem Boden liegt, folgt das Kommando: «Zugriff!» 

Die Einsatzkräfte sind ebenfalls maskiert, ihre Identität ist geheim. Auch gegenüber «TeleM1» treten sie nur mit Gesichtsmaske und ihrem Übernamen auf.

Einer von ihnen ist der 44-jährige «Q», benannt nach einer Figur aus der James-Bond-Filmreihe. «Das kommt von ‹Q›, dem Techniker aus James Bond. Ich bin in der Sondereinheit Argus auch der, der technisch noch einiges macht», erklärt er.

Sowohl der Spitzname als auch das Kommando «Zugriff!» sind zwar aus Film und Fernsehen bestens bekannt, abgesehen davon hat der Alltag der Sondereinheit aber wenig mit der Filmbranche zu tun. Die Arbeit der Truppe geht ruhig vonstatten, bei einem Ernstfall muss man vor dem Zugriff oftmals stundenlang warten.

Rambos sind hier also fehl am Platz. «Wir gehen nicht in den Einsatz und sagen, heute riskieren wir unser Leben. Wir gehen in den Einsatz im Wissen, dass wir gut ausgebildet sind, dass wir super Material haben», so «Q». Wenn es aber darauf ankäme, beispielsweise zum Schutze eines Kollegen, dann würde er sein Leben riskieren, sagt der 44-Jährige.

Der Sondereinheit Argus steht viel Technik zur Seite. So kommen Roboter und Kameras an verlängerten Armen zum Einsatz. Das schafft beispielsweise die Möglichkeit einen Raum zu sichten, ohne dass Einsatzkräfte diesen betreten müssen.

Die technischen Geräte sind zwar eine grosse Hilfe, aber: «Schlussendlich bin ich derjenige, der die Waffe in der Hand hat. Ich muss entscheiden, ob ich darf oder nicht, ob ich muss oder nicht», betont «Q». Die Antwort auf die Frage, ob er schon einmal musste, behält er lieber für sich.

Im Training in Holderbank ist auch ein Polizeihund mit dabei. Denn trotz modernster technischer Hilfe ist er zu Fuss immer noch am schnellsten.

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