Trauerfeier in Zeiningen
Regierungsrat Dieth ehrt seinen Freund und Vorgänger Brogli: «Er war ein Landesvater»

Zur Trauerfeier für den am 12. Juni verstorbenen alt Regierungsrat Roland Brogli in Zeiningen kamen viele Gäste. Roland Brogli wurde als Landesvater, Mentor und liebender Mensch geehrt.

Jürg Krebs
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Roland Brogli sitzt auf dem Stuhl. Im dunklen Anzug. Die Beine übereinander geschlagen. Die Hände auf den Knien. Selbstbewusst, durchaus etwas herausfordernd, aber ruhig und milde, vielleicht sogar verschmitzt lächelnd – so blickt er den Betrachter an.

Dieses fast lebensgrosse Bild vom am 12. Juni – nur einen Tag nach seinem 66. Geburtstag – verstorbenen Aargauer alt Regierungsrat stand neben dem Altar in der Kirche Zeiningen. Hier in Broglis Wohngemeinde hatten sich am Freitagnachmittag Ehefrau Rosmarie, Broglis Familie, Freunde und viele Wegbegleiter zur Trauerfeier eingefunden. Darunter Bundespräsidentin Doris Leuthard, die Aargauer Regierung, angeführt von Landammann Stephan Attiger, viele Grossräte und Parteikollegen.

Dieses Bild wurde in den Reden immer wieder gezeichnet. Markus Dieth, der seinem Freund und CVP-Parteikollegen Brogli als Finanzdirektor auf Anfang Jahr nachgefolgt war, sprach von Roland als «Landesvater», der die «Menschen geliebt hat». Und sie hätten ihn geliebt. Brogli sei eine väterliche Figur gewesen und ein Mentor, nicht zuletzt von ihm, Dieth, selbst. Doch auch Doris Leuthard hatte kürzlich betont, wie wichtig Brogli für ihre politische Karriere gewesen sei.

Landammann Stefan Attiger, Franziska Attiger, Bundespräsidentin Doris Leuthard, sowie Roland Hausin, rechts, bei der Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli.
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Franziska und Stefan Attiger sowie Alex Hürzeler, v.l.n.r., treffen zur Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli.
Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Regierungsrat Urs Hofmann, am Apéro nach der Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli.
Regierungsrat Markus Dieth am Apéro nach der Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli.
Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli am 23. Juni 2017 in der Kirche St. Agatha in Zeiningen.
Ein Portrait des verstorbenen Alt-Regierungsrats Roland Brogli.
Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli am 23. Juni 2017 in der Kirche St. Agatha in Zeiningen.
Regierungsrat und Finanzdirektor Markus Dieth hält eine Rede an der Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli.
Apéro nach der Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli am 23. Juni 2017 beim Schulhaus Zeiningen.

Landammann Stefan Attiger, Franziska Attiger, Bundespräsidentin Doris Leuthard, sowie Roland Hausin, rechts, bei der Trauerfeier für Alt-Regierungsrat Roland Brogli.

Severin Bigler

«Man musste ihn mögen»

«In seiner konsequenten Art, seinem Respekt vor den Mitmenschen, ist er mir ein grosses Vorbild gewesen», so Dieth. «Roland hat keine Feinde gehabt, man musste ihn mögen.» Es sei immer sich selbst geblieben, bescheiden, glaubwürdig.

Der Kanton Aargau verdanke Roland Brogli viel. Während seiner 16-jährigen Regierungszeit als Finanzdirektor habe er den Staatshaushalt in den Griff bekommen und umsichtig geführt. Für Brogli sei zentral gewesen, dass der Kanton durch gesunde Finanzen handlungsfähig bleiben könne, auch - vielleicht sogar gerade - mit Blick auf die Schwächeren in der Gesellschaft. Der Umgang mit den Schwachen, daran sei ein Politiker zu messen, so Dieth.

Trauerfeier für den am 12.Juni 2017 verstorbenen Roland Brogli. Die Bänke in der Kirche in Zeiningen sind gut gefüllt.
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Vor der Trauerfeier: Letzte Vorbereitungen sind im Gang. Die Trauerfeier wird der vielen Trauergäste wegen aus der Kirche auf eine Leinwand übertragen.
Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard weilt unter den Anwesenden.
Auch die Kantonspolizei Aargau ist vor Ort.
Musik zu Ehren Roland Broglis.
Die ersten Gäste treffen ein.
Das Zelt schützt die Trauergäste vor der Hitze.
Blick in die Kirche vor der Trauerfeier.

Trauerfeier für den am 12.Juni 2017 verstorbenen Roland Brogli. Die Bänke in der Kirche in Zeiningen sind gut gefüllt.

SEVERIN BIGLER

Lustvoller Debattierer

Brogli sei ein lustvoller Debattierer gewesen, einer, der auch mal beissende Ironie an den Tag gelegt habe. Die Stärke sei sein Charme gewesen, gepaart mit Konsequenz. Das habe ihm zu vielen Lösungen und Kompromissen verholfen. Dieth: «Seine politischen Gegner wussten oft gar nicht, wie ihnen geschah.»

An der musikalisch umrahmten Trauerfeier dankte auch eine Schwester von Roland Brogli ihrem Bruder für die viele Hilfe, die er ihr uns ihren Töchtern hatte angedeihen lassen.

Zum Abschluss der Trauerfeier zitierte Pfarrer Alexander Pasalidi Roland Brogli. In einem letzten Interview mit der az hatte er gesagt: «Ich habe mir das Loslassen schwieriger vorgestellt.» Pasalidi liess diesen Satz nachklingen.

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