«Das Leben ist Veränderung», so Thomas Laube, der Vizepräsident von Jagd Aargau (AJV), an der Herbsttagung in Buchs, der traditionellen Jägerlandsgemeinde. Zweifellos eine spannende Veränderung für die Jägerinnen und Jäger bringt die Einwanderung des Rotwildes – aus dem Berner Mittelland, aber auch aus dem Gebiet des Albis – in den Aargau mit sich. Zum Thema «Rotwild – eine neue Herausforderung» sprach Silvan Eugster, der als Wildhüter im Kanton St. Gallen die Regionen Werdenberg und Rheintal betreut.

«Das Rotwild wird auch bei euch zunehmen», stellte Silvan Eugster fest. «Im Gebiet, das ich betreue, hat sich der Bestand innerhalb von zehn Jahren von rund 200 auf 600 Tiere verdreifacht.» Leider aber komme das Rotwild stets mehr unter Druck. Nicht nur durch die Forst- und die Landwirtschaft, sondern auch durch die Freizeitnutzung der Wälder. Gemäss der Charakterisierung von Silvan Eugster lebt das Rotwild in engen Sozialstrukturen; es ist extrem lernfähig; es kann Gefahren erkennen; es reagiert sensibel auf permanente Störungen und sehr schnell auf Jagddruck. «Ziel muss der Erhalt eines gesunden Wildbestandes sein», betonte Silvan Eugster in seinem spannenden Referat. «Dazu braucht es die Jagd. Die Jäger sind gefordert.»

Erfolgreiches Drohnenprojekt

Als «vollen Erfolg» bezeichnete Andreas Hofstetter das Projekt zum Einsatz von Drohnen zur Rettung von Rehkitzen vor dem Mähtod. «Die Begeisterung zeigt sich nicht nur in den drei Pilotrevieren, sondern auch bei andern Jagdgesellschaften. Einige Jagdgesellschaften möchten eigene Drohnen anschaffen. Das Projekt ist aber auch über die Kantonsgrenzen hinaus auf Interesse gestossen.»

Bis jetzt habe sich der Einsatz von Drohnen auf die Setzzeit des Rehwildes beschränkt, so Andreas Hofstetter. Denkbar seien aber auch weitere Einsatzmöglichkeiten, so etwa bei der Abklärung von Wildschäden in Maisfeldern.

Theorie und Praxis: So werden Aargauer Jäger für die Rehkitzrettung mit der Drohne geschult

Theorie und Praxis: So werden Aargauer Jäger für die Rehkitzrettung mit der Drohne geschult

Die Stiftung Wildtiere Aargau engagiert sich seit Jahren mit Erfolg in der Jungtierrettung. Um Rehkitze noch besser vor dem Mähtod zu bewahren, will man künftig auf die Hilfe von Drohnen mit Wärmebildkameras setzen. 13 Aargauer Jäger haben den ersten Drohnenkurs absolviert. (April 2019)

Vorbehalte gegen Statistik-Projekt

Reto Fischer (Sektion Jagd und Fischerei des Kantons) stellte das Projekt «Elektronische Statistik» vor. Künftig sollen im Aargau Abschüsse, Fallwild, aber auch Monitoringdaten respektive Sichtungen spezieller Tierarten online erfasst werden. «Inzwischen», so Reto Fischer, «wird das System in rund 50 Jagdrevieren genutzt.»

Ab 2021 soll die Anwendung obligatorisch werden. Als Vorteile des Systems bezeichnete er etwa die einfache Dateneingabe, aber auch die Aktualität. Auch an der Tagung kamen Vorbehalte gegen das System – «übertriebene Sache», «Was ist mit dem Datenschutz?» – deutlich zum Ausdruck. Laut Thomas Laube hat sich der Vorstand von Jagd Aargau noch nicht abschliessend mit dem Vorhaben befasst.