NAB-Award

Remo Murer: Vier Jahre ehrenamtliche Arbeit für den grossen Tag am Eidgenössischen

Remo Murer ist Kult in der Aargauer Turnszene.Bild: zvg

Remo Murer ist Kult in der Aargauer Turnszene.Bild: zvg

Nominierte für den NAB-Award: Remo Murer (40) aus Muhen war Choreograf am Eidgenössischen Turnfest.

Musik zu Bewegungen umzusetzen, ist Remo Murers grosse Leidenschaft. Der 40-Jährige aus Muhen war am Eidgenössischen Turnfest 2019 in Aarau der Tätschmeister für die Eröffnungsfeier, die Schlussfeier der Jugend und für die Schlussfeier mit 2400 Beteiligten. Vier Jahre ehrenamtliche Arbeit hat der sechsfache Schweizer Meister in der Gymnastik darin investiert. Als am 23. Juni am Eidgenössischen Turnfest in Aarau der letzte Vorhang fällt, ist Fest-Choreograf Remo Murer überglücklich.

NAB-Award: Remo Murer hat als verantwortlicher Choreograf vier Jahre ehrenamtliche Arbeit in die Eröffnungs- und Schlussfeier am Eidgenössischen Turnfest investiert

NAB-Award: Remo Murer hat als verantwortlicher Choreograf vier Jahre ehrenamtliche Arbeit in die Eröffnungs- und Schlussfeier am Eidgenössischen Turnfest investiert

Die Neue Aargauer Bank hat die Nominierten für die Wahl des Aargauers oder der Aargauerin des Jahres bekannt gegeben. Ab sofort kann man online für seinen Favoriten abstimmen.

Bei der live im Fernsehen übertragenen, 135-minütigen Schlussfeier klappt alles so, wie er es sich vorgestellt hat. Das ganze Fest ist ein riesiger Erfolg. Für Remo Murer endet damit eine intensive Zeit von rund vier Jahren ehrenamtlicher Vorbereitung. Seit Anfang Jahr war es für den Perfektionisten ganz besonders streng. «Ich hatte seither keinen freien Abend mehr und kein freies Wochenende.» Neben den Vorbereitungen für die Choreografie hat er gleich auch noch um die tausend Kostüme für die Shows selber genäht. Das ist typisch für Remo Murer – schliesslich ist er Feuer und Flamme für sein Hobby.

Ein roter Faden zieht sich durch alle Shows

Der Mann, der als Leiter Prüfungszentrum an einer höheren Fachschule arbeitet, macht sich bereits vor sechs Jahren am Turnfest in Biel national einen Namen als Fest-Choreograf. Damals ist er allerdings nur für die Eröffnungsfeier zuständig. Umso mehr freut es ihn, dass er in Aarau sämtliche drei Anlässe dirigieren darf: «So konnte ich alle mit einem durchgehenden roten Faden verbinden.» Die Knacknuss ist dabei, dass Tausende von Mitwirkenden wissen müssen, was sie wann wo zu tun haben.

Remo Murers Affinität für die Choreografie reicht mehr als 20 Jahre zurück. Damals leitet er zum ersten Mal die Turnshows der Turnerinnen von Muhen. Dabei hilft es ihm, dass er als kritischer Beobachter Schwächen erkennt, aber auch die Sachen sieht, die funktionieren. Einfälle für neue Choreografien fliegen Remo Murer an jeder Strassenecke zu. Alle möglichen Dinge und Formen regen ihn zu neuen Bewegungen an. Manchmal sei das auch ein Fluch, sagt er. «Die besten Ideen kommen mir allerdings unter der Dusche.» Die kann er gut gebrauchen – denn wie es aussieht, wird er bald einen internationalen Grossevent choreografieren, für einmal sogar mit richtigem Budget.

Bekannt wie ein bunter Hund in der Turnszene

Noch älter als Remo Murers Liebe zur Choreografie ist jene zur Gymnastik. Schon als Kind gefällt es ihm in diesem Damenturnsport besser. Die feinen Bewegungen mit Bällen, Bändern oder Reifen faszinieren ihn. So wird Murer als Teenager als einziger Mann Mitglied im Damenturnverein Muhen. Heute ist er Vizepräsident und technischer Leiter des Vereins. Und mit seinen 1,83 Metern sechsfacher Schweizer Meister in der Gymnastik.

In der Turnszene ist er längst Kult – und jeder kennt ihn. Das sei schön, aber manchmal auch anstrengend, weil er nicht so gern im Mittelpunkt stehe, sagt er. Als Remo Murer die Nachricht mit der Nominierung für den NAB Award erhält, denkt er zuerst, das sei ein Spam-Mail. «Weil ich nie damit gerechnet habe, ehrt es mich umso mehr. Ich nehme die Nomination sehr gern an als Belohnung für meine ehrenamtliche Arbeit – und die der vielen anderen Freiwilligen am Turnfest.» (az)

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