Fall Lucie

Roland Trezzini: «Wollen Entscheid ans Bundesgericht weiterziehen»

Roland Trezzini (rechts), der Vater von Lucie, wird Rekurs einlegen

Roland Trezzini (rechts), der Vater von Lucie, wird Rekurs einlegen

Lucie’s Mörder Daniel H. hätte man nach der ersten Gewalttat nicht aus dem Massnahmenvollzug entlassen dürfen, sind die Trezzini’s überzeugt. Das Verfahren gegen die Verantwortlichen dürfe nicht eingestellt werden. Jetzt geht es vor Bundesgericht.

Am Dienstag teilte das Obergericht mit, dass es die Beschwerde der Familie Trezzini abgelehnt habe (die az berichtete). Ob die Trezzini's das Urteil weiterziehen würden, liessen sie auf Anfrage der az am Dienstag noch offen. Zwei Tage später jedoch äussert sich Roland Trezzini bereits überzeugt: «Wir akzeptieren diesen Entscheid nicht und wollen damit vor Bundesgericht gehen.»

Das Obergericht habe entschieden, ohne die Begründung von seiner Seite zu berücksichtigen, kritisiert Roland Trezzini. Man sei lediglich den Argumenten der Vorinstanz beziehungsweise des Staatsanwaltes gefolgt. Diese habe das Strafverfolgungsverfahren ohne richterlichen Entscheid eingestellt.

Laut Trezzini müsse nun das 40-seitige Urteil des Obergerichts zusammen mit dem Anwalt geprüft werden, damit man die Beschwerde formulieren könne. Der Anwalt der Familie Trezzini gibt sich darum noch etwas zurückhaltend, erklärt jedoch: «Der Gang vor das Bundesgericht ist eine ernsthaft zu prüfende Option.»

Die Eltern von Lucie wollen immer noch diejenigen Beamten zur Verantwortung gezogen haben, die Daniel H. nach einem früheren Gewaltvergehen vorzeitig aus dem bedingten Massnahmenvollzug entlassen hatten. Sie reichten bereits im Jahr 2011 wegen fahrlässigen Handelns eine Strafanzeige ein.

Das Untersuchungsverfahren zog sich in die Länge. Der hierfür eingesetzte ausserordentliche Staatsanwalt kam jedoch zum Schluss, dass die betreffenden Kantonsbeamten deswegen nicht zur Rechenschaft gezogen werden können und stellte das Verfahren mit Entscheid vom Januar dieses Jahres ein. Dagegen reichten die Trezzini's beim Obergericht Beschwerde ein.

Nicole Trezzini will für den Mörder ihrer Tochter nicht nur lebenslänglich, sondern lebenslängliche Verwahrung.

Nicole Trezzini will für den Mörder ihrer Tochter nicht nur lebenslänglich, sondern lebenslängliche Verwahrung.

Der Vater von Lucie Trezzini im Video-Interview

Der Vater von Lucie Trezzini im Video-Interview

Meistgesehen

Artboard 1