Der Kanton Aargau überführt per 2016 neue, auf Bundesebene beschlossene Regelungen ins kantonale Steuerrecht. Der Regierungsrat hat laut Mitteilung die entsprechende Botschaft zur ersten Beratung im Grossen Rat verabschiedet.

Die Anpassungen betreffen Neuregelungen der steuerlichen Behandlung der berufsorientierten Aus- und Weiterbildungskosten, der Besteuerung nach dem Aufwand, der Steuerbefreiung des Feuerwehrsoldes, der Besteuerung von Lotteriegewinnen, des Rechnungslegungsrechts sowie des Steuererlasses bei der direkten Bundessteuer.

Dabei handle es sich um geringfügige materielle Anpassungen, die mehrheitlich bereits der heutigen kantonalen Praxis entsprechen. Einziger gesetzgeberischer Handlungsspielraum bestehe bei der Festlegung von kantonalen Mindest- und Obergrenzen.

Drei Millionen weniger

Bisher konnten die Ausbildungskosten nie abgezogen, jedoch konnten die auf den ausgeübten Beruf gerichteten Weiterbildungskosten als Berufskosten in unbegrenzter Höhe abgezogen werden. Die Erstausbildunskosten sollen weiterhin nicht abgezogen werden können, spätere Weiterbildungs- und auch Ausbildungskosten können neu in Form eines allgemeinen Abzugs geltend gemacht werden. Dafür gibt es jedoch einen Höchstbetrag von 12'000 Franken im Jahr.

Einzig diese Neuregelung hat fiskalpolitische Auswirkungen. Der vom Regierungsrat vorgeschlagene, mit der Bundessteuer harmonisierte Höchstabzug bewirkt Mindereinnahmen
von je rund 3 Millionen Franken beim Kanton und den Gemeinden.

Die Beratungen im Grossen Rat sind ab März 2015 vorgesehen. Die Inkraftsetzung erfolgt auf den 1. Januar 2016.