Zugausfälle

SBB-Debakel darf sich nicht wiederholen: Jetzt fordert Marianne Binder Antworten vom Bundesrat

Marianne Binder wehrte sich schon als CVP-Grossrätin, jetzt als Nationalrätin gegen drohende Verschlechterungen des Bahnangebots.

Marianne Binder wehrte sich schon als CVP-Grossrätin, jetzt als Nationalrätin gegen drohende Verschlechterungen des Bahnangebots.

Marianne Binder will vom Bundesrat wissen, warum die SBB im Aargau so viele Leistungen nicht erbringen, und wie es weitergeht.

Aufgrund des Lokführermangels halten die SBB an den bisherigen Einschränkungen im Bahnverkehr im Aargau bis zum Fahrplanwechsel im Dezember fest. Darüber hinaus fallen im Aargau sogar weitere Verbindungen aus. Der Kanton nimmt diese Massnahmen, die zum Teil zu massiven Reisezeitverlängerungen und zum Wegfall direkter Verbindungen führen, enttäuscht zur Kenntnis. Er fordert Ersatzmassnahmen, die Aufrechterhaltung der Verbindungen zur Hauptverkehrszeit und wo nötig Sofortmassnahmen.

Sehr enttäuscht von den SBB ist Marianne Binder. Sie wehrte sich schon als CVP-Grossrätin, jetzt als Nationalrätin gegen drohende Verschlechterungen des Bahnangebots. Binder: «Gerade für den Wirtschaftsmotor Baden und auch für den wirtschafts- und bevölkerungsstarken Aargau insgesamt sind gute Verkehrsverbindungen essenziell.» Immerhin sei der Aargau einer der grössten Besteller von SBB- Leistungen. Dass die SBB diese einfach nicht erbringen, akzeptiert Binder nicht: «Schon länger droht dem Aargau, dass er wichtige Direktverbindungen, etwa zwischen Baden und Bern verliert.» Dagegen wehre sie sich vehement. Dazu komme, dass Züge bei Verspätung etwa in Baden einfach nicht halten (die AZ berichtete). «Jetzt trifft es schon wieder den Aargau.»

Warum kam es zu dieser Fehlplanung?

Binder findet, man dürfe das Befremden über die SBB deutlicher ausdrücken, als der Regierungsrat das höflicherweise tue: «Andere Kantone würden – mit Recht – noch ganz anders auf den Tisch klopfen. Auch wir müssen uns viel stärker wehren. Die SBB können den viertgrössten Kanton nicht so behandeln.»

In der Herbstsession reicht Binder einen Vorstoss ein. Darin stellt sie drängende Fragen, etwa zur Aufsichtsfunktion des Bundesamts für Verkehr. Und es sei zu klären, wer für die Kosten aufkomme. Die SBB wissen schon lange, wann die Babyboomer in Pension gehen. Ob man richtig geklärt habe, ob die Lokführer länger arbeiten würden? Corona lässt die Nationalrätin nicht einfach gelten: «Die SBB wissen schon lange, dass sie ein Lokführerproblem haben.» Es sei auch zu klären, ob die Attraktivität des Lokführerberufs derart gelitten habe, oder was sonst zu tun sei, um eine Wiederholung dieses Debakels zu verhindern.

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