Bezirksgericht Brugg
Schuldig gesprochen: Exhibitionist muss hinter Gitter und erhält Rayonverbot

Ein 53-Jähriger wird wegen sexueller Handlungen mit Kindern, Exhibitionismus und Pornografie zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Kelly Spielmann
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Heinz* wurde am vom Bezirksgericht Brugg schuldig gesprochen und muss hinter Gitter. (Symbolbild)

Heinz* wurde am vom Bezirksgericht Brugg schuldig gesprochen und muss hinter Gitter. (Symbolbild)

Keystone/PETER SCHNEIDER

Sichtlich enttäuscht hörte Heinz* der Gerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven beim Verlesen des Urteils zu. Dem 53-Jährigen wird vorgeworfen, sich mehrfach auf Schulhausareale begeben, sich ausgezogen und vor Kindern masturbiert zu haben (AZ vom 21. September).

In sieben Fällen habe es insgesamt 31 Opfer gegeben, 30 davon Kinder. Ausserdem wurden auf Harddisks Hunderte kinderpornografische Bilder und Videos gefunden. Auf einer Sharing-Plattform habe er kinderpornografisches Material heruntergeladen und weiterverbreitet und im Internet wiederholt nach solchem gesucht.

18 Monate Gefängnis

Das Gericht sprach ihn der sexuellen Handlung mit Kindern in zwei Fällen, der versuchten sexuellen Handlung mit Kindern in zwei Fällen, des Exhibitionismus in drei Fällen und des versuchten Exhibitionismus in einem Fall schuldig. Auch wegen Pornografie in drei Fällen und versuchter Pornografie in einem Fall wurde Heinz verurteilt.

Er erhielt eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten, eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 50 Franken, ein Rayonverbot während 10 Jahren und ein Verbot, sich während fünf Jahren Schulhäusern, Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen näher als 30 Meter zu nähern. Zudem muss Heinz seine ambulante Therapie fortführen, die Freiheitsstrafe wird zugunsten der Therapie aufgeschoben.

Auch zum Inhalt der Therapie machte das Gericht Vorgaben. Weil dies in den vergangenen 2,5 Jahren nicht angesprochen worden sei, betonte die Gerichtspräsidentin: «In der ambulanten Therapie muss die pädophile Ansprechbarkeit thematisiert werden.» Zudem wird weiterhin kontrolliert, ob Heinz Betäubungsmittel oder Alkohol konsumiert.

Weiter werden dem Beschuldigten die Anklagegebühren von 3050 Franken sowie die Verhandlungskosten, die noch zu ermitteln sind, auferlegt. Die Kosten für den amtlichen Verteidiger gehen auf die Staatskasse und müssen vom 53-Jährigen zurückbezahlt werden, sobald er das Geld dafür hat.

In zwei Fällen freigesprochen

In zwei Anklagepunkten wurde Heinz vom Bezirksgericht Brugg freigesprochen. Bei einem Fall in Buchs, bei dem er sich vor Kindern ausgezogen und masturbiert haben soll, widersprachen sich die Aussagen von Heinz und den Kindern. Das Gericht bezog sich daher auf die Aussagen des Beschuldigten, er habe sein Geschlechtsteil nur berührt, nicht masturbiert. Deshalb wurde er in diesem Fall nur des Exhibitionismus schuldig gesprochen.

In einem anderen Fall in Densbüren wurde Heinz komplett freigesprochen. Dass er sich dort vor Kindern absichtlich entblösst habe – und nicht nur zum Wasserlassen, wie der Beschuldigte an der Hauptverhandlung erklärte – könne nicht bewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft hatte für Heinz eine Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren verlangt. Der amtliche Verteidiger des Angeklagten hatte hingegen lediglich auf eine Geldstrafe plädiert.

*Name von der Redaktion geändert

Der Beitrag von «TeleM1» zum Gerichtsfall:

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