Kommentar

Sie sind keine Frage der Ideologie mehr: Aargauer Kitas beantragen Finanzhilfe

Wegen Corona waren weniger Kinder in den Kitas. Das hatte auch finanzielle Auswirkungen

Wegen Corona waren weniger Kinder in den Kitas. Das hatte auch finanzielle Auswirkungen

Zwei von drei Aargauer Kitas stellen beim Kanton ein Gesuch auf Ausfallentschädigung. Die von der Coronakrise stark betroffenen Kindertagesstätten haben nun gute Chancen, ihr finanzielles Loch zu stopfen, das der Lockdown aufgerissen hat.

Bei der Diskussion um Staatshilfe gingen die Kitas anfangs schlicht vergessen. Das ist kein Zufall. Familienthemen wie Kinderbetreuung haben in der Politik immer noch eine bescheidene Lobby. Das hat auch damit zu tun, dass es hier im Vergleich zu Themen wie Krankenkassen, Spitäler etc. um verhältnismässig wenig Geld und Einfluss geht.

Das steht im Gegensatz zur Relevanz, welche Kinderbetreuung bei Eltern hat. Vielleicht hilft die aktuelle Diskussion, Kitas auf der politischen Agenda nachhaltig nach oben zu bringen. Auch die Zeiten der ideologiegetriebenen Kita-Debatten sollten vorbei sein.

Eine SVP-Frau wie Martina Bircher nutzt externe Kinderbetreuung genauso wie der SP-Mann Cédric Wermuth. Für eine jüngere Generation ist das unabhängig von der politischen Einstellung selbstverständlich.

Einig sollten sich Politiker sein, dass Kitas qualitativ gut sein müssen, aber auch so günstig, dass es sich für berufstätige Eltern rechnet. Dazu beitragen kann schon ein Abbau von Bürokratie und Vorschriften.

Wenn man zum Ausfüllen von Formularen für ein Entschädigungsgesuch Dutzende Stunden braucht, wie ein Kita-Verein berichtete, gibt es noch Luft nach oben.

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