Jugend Brass Band
So hart proben junge Musiktalente im Lager

Bis zu acht Stunden täglich üben junge Aargauer Musiker. Eine ganze Woche lang. Der Lohn: zwei Konzerte vor grossem Publikum.

Manuel Bühlmann
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Üben, üben, üben: Eine Woche bereitet sich die Aargauer Jugend Brass Band auf die beiden Abschlusskonzerte vor.

Üben, üben, üben: Eine Woche bereitet sich die Aargauer Jugend Brass Band auf die beiden Abschlusskonzerte vor.

Chris Iseli

Die eine Hand malt ein Dreieck in die Luft, die andere ein Viereck. Nicht bei allen treffen sich die beiden Formen, wie sie sollten. Gelächter. «Diese Übung hilft, wenn ihr vor einem Konzert kribbelig seid», sagt Dirigent Armin Renggli. Vielleicht sind einige der 50 jungen Musiker schon heute froh um diesen Trick. Denn mit zwei Konzerten am Freitag und Samstag schliessen die 11- bis 26-Jährigen die Probewoche der Aargauer Jugend Brass Band (AJBB) ab. Ein strenges Ausbildungslager, kein lockerer Ferienplausch.

Tag für Tag proben – bis zu acht Stunden. Das sei für Körper und Konzentration gleichermassen streng, sagt Lagerleiter Pascal Koller. Die intensive Woche habe aber einen grossen Vorteil: «So lässt sich auf dem Vortag aufbauen, weshalb zwischen den Proben viel weniger vergessen geht als sonst.»

Berufswunsch Profimusiker

Die langen Probetage sind kein Problem für den 17-jährigen Gabriel Obrecht. Berufswunsch: Profimusiker. «Hier machen wir so viel Musik, wie wir sonst nie machen würden. Das ist cool.» Zwar übt er auch sonst täglich, aber deutlich weniger lang als während des Lagers. Der Kantischüler aus Arni spielt dieses Jahr Flügelhorn, beherrscht daneben aber auch Cornet und Trompete. Mit seiner Big Band tritt er so regelmässig vor Publikum auf, dass er kein Lampenfieber mehr kennt. Wie alle anderen investiert auch Gabriel Obrecht eine ganze Ferienwoche – freiwillig.

«Alle sind aus eigenem Antrieb hier», sagt Pascal Koller. «Wer mehr machen will, soll hier mehr machen können.» Das Ziel der Woche auf dem Herzberg oberhalb von Aarau: den Aargauer Musiknachwuchs intensiv fördern. Dazu engagieren die Organisatoren des AJBB-Lagers jedes Jahr erfahrene Dirigenten und Registerlehrer.

Von den Profis profitiert auch Jonas Näf aus Wölflinswil. Xylofon, Glockenspiel, Schlagzeug, Pauke – der 13-Jährige spielt viele Instrumente. Das sei gar nicht so schwer, sagt er. «Beherrscht man eines davon, lernt man die anderen leichter.»

Die Nervosität vor dem Auftritt

Obwohl Jonas Näf zum vierten Mal am Lager teilnimmt und Konzerterfahrung hat, sei er vor den beiden Auftritten trotzdem noch nervös. «Wir haben eine Woche hart gearbeitet, deshalb wollen wir so gut wie möglich zeigen, was wir alles gelernt haben.»

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