Sportveranstaltungen

Spielt der FC Basel im Aargau, braucht es neu eine Bewilligung

Der Gewalt in Fussballstadien soll Einhalt geboten werden (Symbolbild)

Der Gewalt in Fussballstadien soll Einhalt geboten werden (Symbolbild)

Massnahmen gegen Gewalt an Fussball- und Eishockeyspielen gehen in die Anhörung. Neu sind Fussball- und Eishockeyspiele mit Beteiligung von Klubs der jeweils obersten Spielklasse der Männer bewilligungspflichtig.

Seit dem 1. Januar 2010 ist das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen in Kraft - die Gewalt liess sich jedoch nicht nachhaltig eindämmen, wie die Regierung in einer Medienmitteilung schreibt. Insbesondere im Umfeld von Fussballspielen sei sie noch immer gross.

Das Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) beschloss am 2. Februar 2012 zahlreiche Ergänzungen des Konkordats. Diese beinhalten hauptsächlich die Einführung einer Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele in der jeweils obersten Spielklasse der Männer. Spiele der unteren Ligen können durch die kantonalen Behörden für bewilligungspflichtig erklärt werden, wenn die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit dies erfordert.

«Die Bewilligungspflicht ermöglicht der Polizei eine bessere Steuerung: Wenn sich ein Klub weigert, die Auflagen zu erfüllen, findet das Spiel nicht statt. Das war früher unklar geregelt», sagt Hans Peter Fricker, Generalsekretär des Departements Volkswirtschaft und Inneres.

Anordnung von Auflagen

Doch eigentlich ist der Aargau von diesen neuen Ergänzungen überhaupt nicht betroffen, da er keine Fussball- oder Eishockeymannschaften in den obersten Ligen vorweisen kann. «Mit der Anpassung des Konkordats könnten auch Aargauer Vereine betroffen sein, wenn sie im Fussball etwa in Cupspielen gegen Super-League-Klubs antreten. Zudem kann der Kanton auch unterklassige Spiele für bewilligungspflichtig erklären, wenn es Sicherheitsprobleme geben könnte. Die Kriterien dazu müssen aber vom Aargau noch ausgearbeitet werden. Jeder Kanton bestimmt diese Kriterien selbst», sagt Fricker.

Für die Behörden bedeute diese Anpassung, dass sie den Klubs und den Veranstaltern mit der Bewilligung die erforderlichen Auflagen betreffend Stadionordnung, Sicherheitsvorkehrungen sowie An- und Abreise der Fans machen müssen. Mit einer Identitätskontrolle sollen zudem randalierende Besucher mit aktiven Massnahmen wie Rayonverbot und Meldeauflage belegt werden können.

Verursacht dies auch mehr Kosten? «Für die Klubs bringen die Anpassungen nur zusätzliche Kosten, wenn es zusätzliche Auflagen gibt. Darunter kann man sich etwa mehr privates Sicherheitspersonal vorstellen», sagt Fricker weiter.

Diese Revision muss der Grosse Rat genehmigen. Für die Umsetzung des revidierten Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen ist eine Anpassung des kantonalen Rechts erforderlich. (cfü/fmu)

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