Spitalaffäre
Kantonsspital Aarau und Starchirurg Javier Fandino einigen sich – das Aufsichtsverfahren ist damit aber nicht vom Tisch

Vor einem Jahr trennte sich das Kantonsspital Aarau vom Neurochirurgen Javier Fandino unter grossem Getöse. Nun haben sich die beiden Parteien auf die Trennungsmodalitäten geeinigt. Die Untersuchung des Gesundheitsdepartementes gegen Spital und Arzt wegen schwerer Vorwürfe läuft aber weiter.

Raphael Karpf
Drucken
Teilen
Javier Fandino, Neurochirurgie-Chefarzt.

Javier Fandino, Neurochirurgie-Chefarzt.

Sandra Ardizzone

Im Frühling 2020 trennte sich das Kantonsspital Aarau Knall auf Fall von seinem Starchirurgen Javier Fandino. Der Grund für die Kündigung wurde nie offiziell bekanntgegeben, von Differenzen in der Kommunikation wurde geredet.

Später wurden verschiedene Vorwürfe erhoben. Zum einen an Fandino gerichtet: Ehemalige KSA-Angestellte warfen ihm Unregelmässigkeiten und unethisches Verhalten vor. Er soll etwa an einer Patientin eine experimentelle Operationstechnik ausprobiert haben – ohne ihre Zustimmung. Er soll sie quasi als Versuchskaninchen missbraucht haben. Fandino bestritt diese Vorwürfe jederzeit. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) hat ein Aufsichtsverfahren eingeleitet. Dieses richtet sich nicht nur gegen Fandino, sondern auch gegen das KSA. Missstände in der Spitalleitung waren angeprangert worden.

Vor einem Monat trennte sich das KSA von seinem CEO Robert Rhiner. Diese Trennung habe aber nichts mit dem Aufsichtsverfahren zu tun, betonten die Verantwortlichen.

Eine «gütliche Einigung» sei erzielt worden

Nun scheinen sich zumindest das KSA und Fandino geeinigt zu haben. Das Spital schreibt: «Im Nachgang zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses zwischen dem KSA und Prof. Fandino haben sich die Parteien nach konstruktiven Gesprächen gütlich geeinigt.» Details zu dieser Einigung werden keine bekanntgegeben. Auch Fandino äussert sich nicht dazu. Aussergerichtliche Einigungen bei Kündigungen sind aber in aller Regel mit Zahlungen verbunden.

Auf das Aufsichtsverfahren hat diese Einigung allerdings keinen Einfluss. Dieses ist nach wie vor beim Kanton hängig.

Aktuelle Nachrichten