«Ich bezahle keine Billag-Gebühren. Ich habe zu Hause weder Fernseher noch Radio und im Auto höre ich Musik.» Das sagt die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli in der SRF-Sendung «Focus» am Montagabend. Das sei völlig vernünftig und überhaupt nicht rebellisch, findet die 49-jährige Grüne.

Was sie denn macht, wenn die Rechnung trotzdem kommt, wollte der Moderator wissen. Hochulis Antwort: «Dann werde ich zum ersten Mal so richtig rebellisch. Denn ich möchte eigentlich nicht bezahlen.»

Keine Billag-Ausnahmeerscheinung

Wie bitte? Wir fragen am Dienstagmorgen nach - und Hochuli krebst prompt zurück: «Gestern war gestern, heute ist heute.» Und bezieht sich damit auf die heutige Entscheidung im Ständerat (siehe Box).

Aus der angekündigten grossen Rebellion wird jetzt doch nichts. Die Aargauer Regierungsrätin wird nun ihre Billag-Gebühren doch bezahlen. «Aber erst drei Tage nach Ablauf der Zahlungsfrist», lässt Hochuli über ihren Mediensprecher ausrichten.

Und: «Ich habe die Billag-Gebühren bisher nicht bezahlt, weil ich weder Fernsehen schaue noch Radio höre.»

Smartphone, Tablet, Computer und Radio besitze sie allerdings – nutze aber nicht alles davon.

Hochuli wird auch kein Gesuch eingeben, das sie von den Billag-Gebühren befreien könnte. Ironisch – wie so oft – sagt sie: «Ich will nicht als Billag-Ausnahmeerscheinung in die Geschichte eingehen.»

Nicht ständig berieseln lassen

Auf die Frage, ob sie als Regierungsrätin nicht als Vorbild handeln müsse, entgegnet sie gesellschaftskritisch: «Ja, ich bin ein Vorbild. Indem ich meinen Medienkonsum im Griff habe und mich nicht ständig berieseln lasse.»

Ihre TV- und Radio-Abstinenz begründet die Regierungsrätin in der Sendung «Focus» damit, dass sie zu wenig Zeit für Radio und TV habe.

Hochuli wollte die Billag-Rechnungen nicht bezahlen.

Hochuli wollte die Billag nicht bezahlen.

Und sie habe schon früh eine Allergie jenen gegenüber gehabt, die ständig vor dem TV sassen und nicht mit ihr nach draussen spielen gekommen sind.

Gegenüber der az ergänzt sie nach Susanne-Hochuli-Art: «Das Leben ist die bessere Reality-Soap als alles, was am Radio zu hören und am Fernsehen zu sehen ist.»