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SVP-Giezendanner: «Waldsterben, Feinstaub, Borkenkäfer – alles Panikmache»

Klimaziel 2050 / AHV-Alter 65 / Ehe für alle

Im Sonntalk äussert sich der Aargauer SVP-Nationalrat aber auch überraschen klar für wirtschaftliche Innovation zugunsten sauberer Energie.

Klimaziel 2050: Realistisches Szenario oder nur Wunschdenken? — AHV-Alter 65: Zahlen die Frauen die Zeche? — Ehe für alle: Samenspende für Lesben erlauben?

Ulrich Giezendanner kritisiert im Sonntalk mit Markus Gilli die mediale Panikmache in Sachen Klimaerwärmung. Überraschend klar äussert sich der Aargauer SVP-Nationalrat dann aber für wirtschaftliche Innovation zugunsten sauberer Energie.

Klimaneutralität bis 2050. Das ist das ambitionierte Ziel des Bundesrates. Dank Innovation und neuen Technologien soll die Schweiz dieses Ziel innerhalb der nächsten 31 Jahre erreichen. Wie dies zu bewerkstelligen ist, bleibt noch zu definieren.

Sonntalk-Gast Regine Sauter, Zürcher FDP-Nationalrätin, fordert eine klare Definition des Zieles, aber freie Hand für die Wirtschaft in der Umsetzung und vor allem: keine Verbote. Damit bleibt sie der Parteilinie treu.

Kritik und überraschendes Lob für die hohe Zielsetzung

Der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner schiesst zuerst wie gewöhnlich gegen links und attestiert SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Hinblick auf die Wahlen geschicktes Taktieren. Dabei kritisiert er die mediale Panikmache: «Klimaerwärmung gibt es, das glaube ich schon. Tatsache ist aber, dass wir einmal ein Waldsterben hatten und der Wald ist nicht gestorben. Wir hatten auch den Feinstaub und den Borkenkäfer...» 

Unerwartete Einigkeit

Überraschendes Lob hat Giezendanner für die hohe Zielsetzung des Bundesrates übrig und entpuppt sich als Unternehmer engagiert in Sachen Klimaschutz. Dabei richtet er eine konkrete Forderung an den Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer um Unterstützung: Lastwagen, welche mit Wasserstoff betrieben werden, sollen von LSVA (leistungsabhängige Schwerverkehrsabgaben) befreit werden. Das käme dem Transportunternehmen der Familie Giezendanner zugute, dessen Flotte, laut Aebischer, immer auf dem neusten technologischen Stand ist.

Dazu Giezendanner: «Wir wollen bei den sauberen sein, aber wir müssen im internationalen und nationalen Konkurrenzkampf überleben können.» In diesem Punkt sind sich der SP- und der SVP-Vertreter ausnahmsweise einig: Es braucht positive Anreize, um Unternehmen zu einer nachhaltigeren Handhabe zu bewegen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Einvernehmen bestehen bleibt und zu konstruktiven Massnahmen führt.

Autor

Mona Martin

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