Wahlen

Thierry Burkart (FDP) ist Aargauer Panaschierkönig – das ist die Rangliste

Bei den Nationalratswahlen im Kanton Aargau haben die Stimmberechtigten den Namen von FDP-Nationalrat und Ständeratskandidat Thierry Burkart am häufigsten auf Nicht-FDP-Wahllisten genannt. Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte Panaschierstatistik der Aargauer Staatskanzlei.

Der Panaschierkönig bleibt ein FDPler: Nachdem der abtretende Ständerat Philipp Müller bei den letzten Wahlen den Titel holte, darf sich nun Thierry Burkart damit schmücken. Der FDP-Nationalrat und Ständeratskandidat Burkart kam am Wahlsonntag auf insgesamt 50'507 Stimmen. Knapp die Hälfte – 24'042 Stimmen – erhielt er von FDP-fremden Wahllisten. Allein auf SVP-Listen tauchte Burkarts Name rund 7000 Mal auf. Fast 9200 Mal wurde Burkart zudem auf leeren Wahlzetteln genannt. 

Nach ihm erhielt Ruth Humbel mit 19'808 von insgesamt 34'469 Stimmen die meisten Panaschierstimmen. Humbel konnte abseits der CVP vor allem in bürgerlichen Lagern Stimmen holen. Auf SVP-Listen tauchte ihr Name 2484 Mal, auf FDP-Listen 3546 Mal auf. Fast 7000 Mal wurde sie zudem auf leeren Wahlzetteln genannt. Drittplatzierte ist Grünen-Nationalrätin Irène Kälin mit 17'810 Panaschierstimmen. 

Am wenigsten Panaschierstimmen aller Gewählten – 2889 – entfallen auf Neo-SVP-Nationalrat Jean-Pierre Gallati, der auch für den Regierungsrat kandidiert. Generell zeigt sich bei der Auswertung der Stimmen wieder einmal: Die SVP ist zwar die wählerstärkste Partei im Aargau, kann aber über ihre Parteigrenzen hinaus nur schlecht mobilisieren. So ist die Rangliste der Kandidaten mit den meisten Parteistimmen zwar ausschliesslich mit SVP-Kandidaten bestückt, bei der Rangliste der Panaschierstimmen taucht der bestgewählte Nationalrat Hansjörg Knecht aber erst an 9. Stelle auf. 

Panaschierstimmen von Nicht-Gewählten

Die Wahl in den Nationalrat verpasste Ruth Müri (Grüne) knapp. Über einen zusätzlichen Sitz durften sich aufgrund der Listenverbindung zwischen SP und Grünen schliesslich die Sozialdemokraten freuen. Müris Wahlresultat zeigt jedoch, dass sie die Wähler auch über ihre Parteigrenzen hinaus mobilisieren kann.

Dies dürfte ihr auch im Ständeratswahlkampf zugutekommen. Mit 11'155 Panaschierstimmen ist Müri Panaschierkönigin der Nicht-Gewählten. Die Grossrätin holte auf fremden Listen mehr Stimmen als bisherige Nationalräte wie Hansjörg Knecht (SVP) oder Matthias Jauslin (FDP). Am meisten Stimmen holte Müri auf SP-Listen (4231) und leeren Wahlzetteln (3847).

BDP am meisten Panaschierstimmen

Bei den Parteien ist mit knapp 43 Prozent der grösste Anteil an Panaschierstimmen an die BDP geflossen, den geringsten die SVP mit rund 7 Prozent. Die grösste Anzahl an Panaschierstimmen einer einzelnen Partei hat die SP von den Grünen erhalten (22'530). Umgekehrt haben auch die Grünen von der SP viele Stimmen erhalten (21'198).

Seit 1991 ist die SVP die stärkste Partei im Kanton Aargau. Auch nach den diesjährigen Wahlen, trotz dem massiven Verlust von 6,5 Prozent Wähleranteil. Die Grünen konnten bei diesen Wahlen ihren Wähleranteil auf 9,8 Prozent fast verdoppeln. Auch die GLP konnte merklich zulegen (8,5 Prozent). Der Anteil der SP bleibt seit der Kandidatur der Grünen mehr oder weniger stabil.

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