Mülligen

Tödliche Pferdekrankheit aufgetaucht: Das Birrfeld wird zum Sperrgebiet

Auf dem Gebiet der Gemeinde Mülligen wurde bei einem Pferd die Krankheit Infektiöse Anämie festgestellt. (Symbolbild)

Auf dem Gebiet der Gemeinde Mülligen wurde bei einem Pferd die Krankheit Infektiöse Anämie festgestellt. (Symbolbild)

In Mülligen wurde bei einem Pferd erstmals seit 1991 die Krankheit «Infektiöse Anämie» festgestellt. Der kantonale Veterinärdienst hat das Gebiet Birrfeld zum Sperrgebiet für Pferde ernannt. Die Krankheit ist für Menschen und andere Tierarten ungefährlich.

Seit 1991 gab es in der Schweiz keinen Fall der Pferdekrankheit «Infektiöse Anämie» mehr. Nun wurde diese bei einem Pferd in Mülligen (AG) diagnostiziert. Bei der Krankheit handelt es sich gemäss dem Veterinärdienst des Kantons Aargau um eine Viruserkrankung bei Pferden und anderen Einhufern wie Eseln und Maultieren, für die eine Meldepflicht besteht.

Für Menschen und andere Tierarten ist sie ungefährlich. Bisher gebe es keine Anzeichen dafür, dass sich die Erkrankung über Mülligen hinaus weiterverbreitet hat. 

Die Krankheit äussert sich durch Fieberschübe, Leistungsabfall, Abmagerung und Blutarmut.

«Versteckte Infektionen»: Das sagt die Kantonstierärztin

«Versteckte Infektionen»: Das sagt die Kantonstierärztin

Nur schwer feststellbar

Infizierte Pferde befänden sich öfters im chronischen Stadium und zeigten deshalb keine Symptome. Ohne Krankheitsanzeichen ist sie Infektion aber nur schwer feststellbar.

Die Tiere bleiben lebenslang Virusträger, eine Therapie oder einen wirksamen Impfstoff gibt es nicht. Die Krankheit endet nach Ausbruch und unterschiedlich langem Verlauf tödlich.

Infizierte Tiere müssen getötet werden, so auch das erkrankte Tier in Mülligen. Die übrigen im Bestand gehaltenen Pferde werden unter Quarantäne gestellt und streng überwacht, heisst es in der Mitteilung des kantonalen Veterinärdienstes.

Die Krankheit wird durch Insekten wie Bremsen und Stechmücken übertragen. Alle Pferde und andere Einhufer, die im Sperrgebiet gehalten werden, können ins Freie gelassen werden, wenn sie zuvor durch eine wirksame Insektenbekämpfung geschützt worden sind. Das Auftragen von Insektensprays ist dringend notwendig.

Sperrgebiet im Birrfeld

Gemäss der Tierseucheverordnung ist es nun notwendig, ein Sperrgebiet von einem Kilometer um den verseuchten Pferdehof zu errichten. Daher hat der kantonale Veterinärdienst das ganze Birrfeld zum Sperrgebiet erklärt (siehe Karte).

Das Sperrgebiet für Pferde

Das Sperrgebiet für Pferde

Innerhalb dieser Zone ist jeglicher Handel und Verkehr mit Pferden während 90 Tagen verboten. Pferde und andere Einhufer dürften nur mit schriftlicher Bewilligung des kantonalen Veterinärdienstes aus oder ins Sperrgebiet gebracht werden. Auch Ausstellungen, Turniere und ähnliche Veranstaltungen sind im Sperrgebiet verboten, bis der kantonale Veterinärdienst das Sperrgebiet wieder aufhebt; voraussichtlich nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Sperrfrist von 90 Tagen.

Nicht betroffen von der Massnahme ist der Transport von Pferden über die Autobahn. (chg)

Meistgesehen

Artboard 1