Wirtschaft

Trendwende: Es geht erstmals wieder aufwärts mit der Wirtschaft – drei Beispiele aus dem Aargau

«Aargauer Konjunktur schafft Trendwende»: Die AKB hat gute Nachrichten zu verkünden. Doch ist das schon der Wendepunkt?

«Aargauer Konjunktur schafft Trendwende»: Die AKB hat gute Nachrichten zu verkünden. Doch ist das schon der Wendepunkt?

Das Aargauer Konjunkturbarometer zeigt erstmals in diesem Jahr nach oben. Aber was sagt schon ein Index über den Unternehmensalltag aus? Die Stimmung bei den Unternehmern schwankt zwischen zurückhaltend und leicht euphorisch.

Es soll Grund geben für Optimismus. Das lässt der Titel durchschimmern, den der Aargauer Konjunkturbarometer des Monats Juni trägt: «Aargauer Konjunktur schafft Trendwende», steht da. Konkret heisst das: Der von der Aargauischen Kantonalbank (AKB) und Aargau Services Standortförderung errechnete Index stieg erstmals in diesem Jahr, er notierte Anfang Juni bei 55,8 Punkten und damit 12,2 Prozent höher als im Vormonat.

Aber was hat dieser Index mit der Wirklichkeit zu tun, mit dem Unternehmensalltag? Der Index basiert auf unterschiedlichen Faktoren, unter anderem fliessen Daten zur Stimmung von Konsumenten und Investoren ein, aber auch zum Geschäftsklima sowie spezielle Indices der Industrie und Finanzwirtschaft. Doch da sind nicht nur die nackten Zahlen.

«Wir spüren bei unseren KMU generell eine steigende Zuversicht», sagt AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer, «die Aufträge ziehen wieder an.» Wenn eine zweite Welle ausbleibe, kämen viele Unternehmen glimpflicher davon als befürchtet. Und: «Es gibt auch Firmen, die aufgrund ihres Geschäftsmodells von der Krise profitieren konnten.»

Drei Aargauer Beispiele:




Gewerbeverband spürt verhaltenen Optimismus

Den Aufwärtstrend spürt nicht nur die AKB. Auch beim kantonalen Gewerbeverband tönt es ähnlich, wohl ein bisschen zurückhaltender. «Wir sind derzeit gerade dabei, eine Umfrage bei unseren Mitgliedern zu machen. Die ersten Auswertungen zeigen, dass verhaltener Optimismus spürbar ist», sagt Peter Fröhlich, AGV-Geschäftsleiter. Natürlich, man müsse differenzieren. Die Eventbranche, die Gastronomie und die Hotellerie sowie alle anderen Branchen, die schliessen mussten, habe es zum Teil richtig hart getroffen. Auch den Tourismus. Aber, so Frühlich: «Der Aargau ist kein Tourismus-Kanton wie das Graubünden oder das Wallis. Diese Kantone sind viel stärker vom Tourismus abhängig.»

Branchen wie der Bau, die Chemie oder ähnliche hat es deutlich weniger heftig getroffen – und gewisse Geschäfte profitierten gar. «Wir sind hundert Prozent überzeugt, dass bei den Aargauer KMU ein riesen grosser Wille da ist, das Beste aus der Situation zu machen und die Krise so schnell wie möglich vergessen zu machen», sagt Fröhlich. So hätten zum Beispiel zahlreiche Gewerbler den Lockdown genutzt, um Renovationen zu machen, neu einzurichten oder digital aufzurüsten.

Die Menschen finden langsam zurück zur Normalität. Und mit ihnen auch die Unternehmen. Es gibt erste Zeichen der Entspannung. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ist gestiegen und Fröhlich sieht auch in der beruflichen Ausbildung keine Katastrophe kommen: «Ich glaube nicht, dass viele Schulabgänger keine Lehrstelle finden werden.»

Was das nun konkret heisst in Einzelfällen, lesen Sie in den Firmenporträts auf dieser Seite. Wir blicken in drei Unternehmen, die ganz unterschiedlich von Corona betroffen waren, ganz unterschiedlich reagierten und alle Gründe sind für ein bisschen Hoffnung auf Besserung.

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