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Trotz Coronaverbot waren Töfffahrer in Deutschland unterwegs – Aargauer Biker-Paar verunglückt

Ein Biker-Paar aus dem Aargau verunfallte am Pfingstmontag bei Todtmoos schwer. Weitere Motorräder aus der Schweiz wurden ebenfalls gesichtet.

Für ein Biker-Paar aus dem Aargau – Fahrer (23) und Sozia (21) – endete der Pfingstausflug mit dem Töff im Spital. Beide verunglückten am Pfingstmontag auf der Landstrasse 150 oberhalb von Todtmoos in Richtung St.Blasien. Das Töff kollidierte mit der Leitplanke und stürzte mitsamt der Frau mehrere Meter eine steile Böschung hinab, von wo sie die Bergwacht mit Spezialgerät retten musste. Der Fahrer selbst blieb am Fahrbahnrand liegen. Beide erlitten bei dem Unfall schwere Verletzungen. Die Schweizer Rettungshelikopter Rega 1 aus Zürich und Lions 1 aus Birrfeld flogen sie in verschiedene Kliniken. Rettungsdienst, Polizei und Bergwacht waren mit insgesamt 14 Einsatzkräften am Unfallort. Die L 150 blieb für zirka zwei Stunden gesperrt.

Motorradausfahrt kein «triftiger Grund»

Ob die beiden einen «triftigen Grund» zur Einreise nach Deutschland hatten, ist unklar. «Eine Motorradausfahrt in den Schwarzwald stellt gegenwärtig sicher keinen Einreisegrund im Sinne des Grenzregimes dar», betont Katharina Kessler, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein. Hätte man die beiden an der Grenze kontrolliert, wären sie wohl zur Umkehr aufgefordert worden. «Aber wir kontrollieren eben nur noch stichprobenartig und lageorientiert», macht Kessler deutlich. Und: «Bei 40 Grenzübergängen entlang des Hochrheins gibt es eben viele Möglichkeiten, den noch vorhandenen Kontrollen zu entgehen.»

«Die Polizei achtet im Rahmen von Verkehrskontrollen natürlich auch auf die Vorschriften der Coronaverordnung», berichtet Mathias Albicker, Sprecher der Polizei Baden-Württemberg für den Landkreis Waldshut. Und das noch bis Mitte Juni, solange das wegen Corona verhängte Verbot von Ausflugsfahrten ins Ausland gilt. Ob weitere Schweizer Töfffahrer in Unfälle verwickelt oder zu schnell unterwegs waren, muss laut Albicker noch ausgewertet werden. Gemäss Augenschein waren etliche Motorradfahrer mit Schweizer Kennzeichen unterwegs, gerade rund um Todtmoos.

Albicker zufolge hat es am Pfingstwochenende im Landkreis Waldshut zwei und im Landkreis Lörrach vier Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Motorrädern gegeben. Sie hätten weitere drei Leichtverletzte und einen Schwerverletzten gefordert. Der Sachschaden liege bei insgesamt etwa 13'000 Euro.

«Am Pfingstwochenende war die Polizei an den typischen Motorrad­strecken präsent. Am Montag wurde an zwei besonders unfallträchtigen Stellen kontrolliert», so der Polizeisprecher. Trotz des guten Wetters seien verhältnismässig wenige Motor­räder unterwegs gewesen, berichtet ­Albicker.

Zu den typischen Motorrad­strecken gehört traditionell auch der Hotzenwald, im Hinterland von Bad Säckingen, wo jetzt auch der schwere Töffunfall passiert ist. Zehn Töfffahrer stoppte die deutsche Polizei wegen zu hohen Tempos. Einer sei sogar geflüchtet, als er an die Kontrollstelle gelangte.

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