Jubiläumsfeier
«Trutzburg im AZ-Land»: Franziska Roth lobt «Zofinger Tagblatt» und tadelt Journalisten

Mit einem Fest feierte die ZT Medien AG im Ballyhouse Schönenwerd den 100. Geburtstag des Zofinger Traditionsunternehmens. Die Grüsse der Regierung überbrachte Sozialvorsteherin Franziska Roth (SVP) – und sparte dabei nicht an Kritik.

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Sozialvorsteherin Franziska Roth überbrachte die Grüsse der Regierung und sparte dabei nicht an Kritik.

Sozialvorsteherin Franziska Roth überbrachte die Grüsse der Regierung und sparte dabei nicht an Kritik.

Roland Schöni

Die erste Nummer des Zofinger Tagblattes war zwar bereits am 1. Februar 1873 erschienen. 45 Jahre später – Ende August 1918 – verkaufte der damalige Besitzer Johann Fehlmann die Zeitung und die Druckerei – und es kam zur Gründung der Zofinger Tagblatt AG.

Corina Eichenberger, Verwaltungsratspräsidentin der ZT Medien AG und FDP-Nationalrätin, erklärte, heute befinde sich die Gesellschaft wie bei der Gründung des Unternehmens in einer Phase des Umbruchs.

«Ja, vielleicht erleben wir gerade die prägendste Veränderung der Medienlandschaft seit Erfindung des Buchdrucks», so Eichenberger. «Die Medienwelt wird durch die Digitalisierung auf den Kopf gestellt. Das 100-Jahr-Jubliläum der ZT Medien AG sei eine beeindruckende Etappe. «Dass wir dieses Jubiläum feiern dürfen, zeugt auch von einer grossen Anpassungsfähigkeit.»

«Trutzburg im AZ-Land»

Die Grüsse der Regierung überbrachte Sozialvorsteherin Franziska Roth (SVP). «Die regionalen Zeitungen sind ein wesentlicher Bestandteil des politischen Systems und sie prägen die politische Kultur. Ich freue mich ganz besonders, dass der Kanton Aargau als einer der wenigen Kantone unseres Landes noch eine so grosse Vielfalt an kleineren und grösseren Regionalzeitungen aufweist», sagte sie. «Und Ihnen gratuliere ich besonders, dass Sie mit dem Zofinger Tagblatt wie eine Trutzburg im AZ-Land wirken.»

AZ-Verleger Peter Wanner war an der Jubiläumsfeier zugegen. Die AZ ist mit einem Kapitalanteil von 12,92 Prozent auch einer der grössten Aktionäre der ZT Medien AG.
Regierungsrätin Roth äusserte sich auch kritisch zur Qualität im Journalismus: «Wir merken im Departement, dass wir bei komplexen Themen – wie zum Beispiel der Totalrevision des Spitalgesetzes – nicht mehr auf das Fachwissen erfahrener Journalistinnen und Journalisten setzen können. Dieser Wandel zwingt auch die kantonale Verwaltung, sich Gedanken über die künftige Art und Weise der Kommunikation zu machen.»

Sie hoffe, dass die ZT Medien AG «noch lange auf einen Newsroom in Zofingen setzen wird und sich nicht alles aus Zentralen in Zürich, Aarau oder Bern liefern lässt». Denn nichts sei für Leserinnen und Leser langweiliger als verschiedene Zeitungen, in denen überall dieselbe Story drinsteht. (az)

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