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Über 100 Aargauer Tankstellen im Preisvergleich: Wo der Sprit günstig ist und wo abgezockt wird

Der grosse AZ-Test zeigt, wo es sich für Autofahrer besonders lohnt, Benzin zu kaufen. Die Top 3: Holderbank, Döttingen, Rohr.

Ein AZ-Preisvergleich bei über 100 Aargauer Tankstellen zeigt: Wer die richtigen Zapfsäulen anfährt, kann viel Geld sparen. Der maximale Preisunterschied lag am Testtag, am Montag, bei 22,1 Rappen pro Liter Benzin Bleifrei 95 – ohne den Ausreisser (siehe Box). Das machte bei einer Tankfüllung (50 Liter) mehr als eine Zehnernote (11,05 Franken) aus.

Den günstigsten Most hat die AZ in Holderbank, Döttingen, Rohr, Nussbaumen/Untersiggenthal, Wohlen und Hirschthal gefunden (zwischen 1,489 und 1,53 Franken). Am teuersten war das Benzin an den Tankstellen an der A1. An der «Socar Tankstelle Kölliken Nord» kostete der Liter Bleifrei 1,685 Franken. Im Fressbalken Würenlos (Shell) gabs den Most für 1,71 Franken.

Trotz der Nähe zum Rheinhafen ist das Fricktal sehr teuer

Schnäppchen-Jäger tun gut daran, ganz genau hinzuschauen. Das gilt zum Beispiel für die grenznahen Gebiete: Während im Unteren Aaretal der Most vergleichsweise günstig ist, ist er im unteren Fricktal sehr teuer – das Tanken in Deutschland lohnt sich aber nur für Diesel-Kunden. In Zahlen: Bei Shell und Tamoil in Stein kostete der Liter Bleifrei 1,67 Franken. Im Vergleich dazu bei «J. Senn AG» in Döttingen 1,49 und in der «Dorfgarage Willi» in Leibstadt 1,53 Franken.

Überhaupt ist das Fricktal für Automobilisten ein teures Pflaster. So kostet Bleifrei 95 bei Coop in Kaiseraugst und Rheinfelden 1,64 respektive 1,62 Franken. Wer seine Supercard zeigt, erhält bei Coop pro Liter einen Superpunkt (entspricht mindestens dem Gegenwert von einem Rappen). An den Migrol-Tankstellen gibts einen halben Cumulus-Punkt pro Liter.

Der harte Franken dämpft den Anstieg wegen des Iran-Konflikts

Der Benzinpreis ist ganz generell in den letzten Wochen spürbar gestiegen. Das hat mit einem vermeintlich höheren Mostverbrauch in der Ferienzeit nichts zu tun, sondern hat andere Gründe. In erster Linie die politische Unsicherheit im Nahen Osten, wo der Konflikt zwischen dem Iran, Grossbritannien und den USA zu eskalieren droht. Es geht um festgehaltene Tankschiffe. Vorerst noch eine Untergeordnete Rolle spielen die Frachtkosten für den Transport auf dem Rhein. Diese lagen letzte Woche bei 38 Franken pro Tonne (letztes Jahr bis 100 Franken). Und preisdämpfend wirkt der Franken, der wegen der Brexit-Diskussionen wieder erstarkt ist.

Ein Preisbrecher zwingt die Nachbartankstellen zu Reaktionen

Die Rappenspalter unter den Automobilisten wissen, dass sie Tankstellen in städtischen Räumen eher meiden müssen. Das gilt auch für die Nähe der Städte Zürich und Zug. So war das Bleifrei 95 am Montag in Berikon (Shell) mit 1,67 Franken überdurchschnittlich teuer. Und die dortigen Preisbrecher «Midland» und «Touring Garage Bauer» lagen mit 1,605 Franken auch vergleichsweise hoch. Ähnlich ist die Situation in Sins, wo das Preisniveau bei 1,63 Franken lag (auch Agrola). Eine Fahrt ins Nachbardorf Rüstenschwil (Gemeinde Auw) lohnte sich aber: Die «Garage Bär» verkauft den Most am Testtag für 1,539 Franken.

In der Regel sorgt ein Preisprecher dafür, dass das Preisniveau an einem Ort und allenfalls darüber hinaus sinkt. Ganz ausgeprägt ist das in Ober- und Untersiggenthal der Fall, wo die Autofahrer noch heute davon profitieren, dass Coop 2014 mit der Eröffnung seiner Tankstelle einen Preiskrieg lostrat – selber allerdings heute (Säulenpreis 1,58) nicht mehr mitmacht. Mit je 1,52 Franken haben aktuell «Argovia» (Nussbaumen) und «Fredys» (Untersiggenthal) die Preisführerschaft.

Ein Paradies für Benzinkunden ist auch Wohlen, wo «Benzindiscount Meier» mit 1,53 Franken Kunden anlockte. Die «FS Tankstelle Hübscher» (1,54 Fr.) gewährt bei Vorauszahlung einen Rabatt bis vier Rappen Rabatt.

15 Rappen Unterschied selbst bei «Ruedi Rüssel»

Wer eine längere Fahrt vor sich hat, tankt mit Vorteil, bevor er auf die Autobahn einbiegt. Bei den Autobahneinfahrten Oftringen und Baden West (Dättwil) verkaufte Shell den Most für je 1,63 Franken. Bei Mägenwil und Aarau Ost (Hunzenschwil) gabs von Coop das Benzin für 1,65 Franken (minus den «Superpunkt»-Rappen). Besser hat es, wer aus dem Suhrental Richtung A1 unterwegs ist. Die Opel-Garage in Hirschthal verkaufte den Most für 1,53 Franken, Coop in Oberentfelden für 1,60 Franken.

Auch innerhalb der Marken differieren die Preise teilweise stark. Zum Beispiel bei «Ruedi Rüssel»: Im Kampfgebiet Döttingen gabs den Liter für 1,51 Franken, beim «Ruedi Rüssel» in Suhr für 1,65 Franken.

Adel Mustapha, Geschäftsführer der Discount-Tankstelle in Holderbank.

Adel Mustapha, Geschäftsführer der Discount-Tankstelle in Holderbank.

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