A-Welle
Umlackieren kein Thema: Die neue Farben-Freiheit lässt die Busbetriebe kalt

Postauto scheint der einzige Betrieb im Aargau zu sein, der sein Erscheinungsbild schon jetzt rückgängig machen will. Gestern war bekannt geworden, dass neue Postautos neu wieder in traditionellem Gelb bestellt werden sollen.

Manuel Bühlmann
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Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern: Weisser Bus, gelbes Postauto.

Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern: Weisser Bus, gelbes Postauto.

Alex Spichale

Der Farbwechsel liess die Emotionen hochgehen, nun können die Kritiker der weissen Postautos aufatmen. In Zukunft werden die Fahrzeuge im Aargau wieder im traditionellen Postgelb bestellt (az von gestern).

Nun äussert sich Regierungsrat Stephan Attiger zum Entscheid, den er dem Rat des A-Welle-Verbunds überlassen hat: «Das einheitliche Erscheinungsbild des öffentlichen Verkehrs im Gebiet der A-Welle war bei der Einführung des Tarifverbunds zweckmässig.»

Mit der Zeit habe sich aber gezeigt, dass die einzelnen Tarifverbünde stark vernetzt seien und die Fahrzeuge Tarifgrenzen überschreitend eingesetzt werden. «Deshalb macht ein einheitliches Erscheinungsbild eines einzelnen Tarifverbunds heute wenig Sinn – auch im Hinblick auf einen kommenden schweizweiten Tarifverbund, den wir unterstützen», teilt Attiger mit.

Umlackieren ist kein Thema

Der Entscheid gilt nicht nur für Postautos, sondern für alle Unternehmen im A-Welle-Verbund. Deshalb stellt sich die Frage, wie diese auf die neue Farben-Freiheit reagieren. Die Verantwortlichen der Busbetriebe sind mehrheitlich zufrieden mit dem aktuellen Design – umlackieren ist kein Thema. Die weisse Farbe habe sich bewährt, lautet der Grundtenor.

Einzig bei AAR bus + bahn ist ein veränderter Auftritt nicht ausgeschlossen, allerdings frühestens bei der Neubeschaffung von Bussen in den kommenden Jahren. «Die jetzigen Fahrzeuge werden sicher so belassen», sagt Sprecher Erwin Rosenast. Ob die neuen Modelle allenfalls in einem anderen Design bestellt würden, sei derzeit aber «erst Gegenstand von Überlegungen».

Deutlicher äussern sich die anderen grossen Unternehmen der A-Welle: «Wir bleiben bei unseren Farben», sagt René Bossard, Geschäftsführer von Regionalbus Lenzburg. Es gebe im öffentlichen Verkehr ohnehin Wichtigeres zu tun, als über Farben zu diskutieren, sagt er. Man solle deshalb besser nicht zu viel Energie in diese Diskussion stecken. Die Passagiere seien schliesslich in erster Linie an der Pünktlichkeit des Busses und nicht an dessen Farbe interessiert. Ähnlich sieht das auch BDWM-Direktor Severin Rangosch: «Zentraler als die Farbe ist, dass die Fahrzeuge sicher, sauber und gut besetzt sind.» Die A-Welle sei schliesslich als Verbund wichtig, deshalb dürfe man durchaus auch zeigen, dass man dazugehöre.

Niemand vermisst orange

Im Gegensatz zum Farbwechsel bei den Aargauer Postautos lösten die Neuerungen bei den Bussen und Bahnen keine Proteste aus. «Die weissen Busse sehen schön aus, niemand trauert der orangen Farbe nach», sagt Rangosch. Auch bei den RVBW habe sich niemand über den Wechsel zum neuen Design beschwert, sagt Direktor Stefan Kalt. Im Gegenteil: «Den meisten gefallen die neuen Farben. Seit der Umgestaltung gibt es den Bus neu sogar als Modell zu kaufen.»

Änderungen im Erscheinungsbild sind keine geplant: Der Entscheid, den Busunternehmern die Farb-Freiheit zu gewähren, habe keinen Einfluss auf die RVBW. «Der einheitliche A-Welle-Auftritt macht für uns nach wie vor Sinn», sagt Kalt.

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