Nachruf
Urs Hofmann über das Leben und den tragischen Tod von Polizistin Irene Schönbächler

Regierungsrat Urs Hofmann hat jahrelang eng mit Irene Schönbächler zusammengearbeitet. Noch einen Monat vor ihrem Tod wünschte sie ihm gute Genesung wegen seiner Corona-Erkrankung. In einem Nachruf gedenkt der Aargauer Polizeidirektor seiner ehemaligen Kollegin, die 54-jährig einem Krebsleiden erlag.

Urs Hofmann
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Urs Hofmann würdigt Irene Schönbächler.

Urs Hofmann würdigt Irene Schönbächler.

Colin Frei/Nadia Schärli/Montage: mwa

Die Nachricht vom Hinschied von Irene Schönbächler hat viele ihrer ehemaligen Mitarbeitenden und Vorgesetzten traurig gemacht. Auch wenn er für ihre nächsten Bekannten nicht überraschend kam, macht ihr früher Tod uns alle betroffen.

Als Vorsteher des für die Aargauer Kantonspolizei zuständigen Departements Volkswirtschaft und Inneres und als ehemaliger Präsident der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch IPH durfte ich während rund acht Jahren eng mit Irene Schönbächler zusammenarbeiten. In dieser Zeit habe ich ihre hohe Sozial- und Sachkompetenz kennen und schätzen gelernt.

Engagement für optimale Ausbildung junger Polizisten

Der Kanton Aargau und die schweizerische Polizeilandschaft verlieren mit Irene Schönbächler eine engagierte Persönlichkeit, die sich während vielen Jahren mit ihrer ganzen Schaffenskraft für die Sicherheit in unserem Land und eine optimale Ausbildung der jungen Polizistinnen und Polizisten eingesetzt hat. Irene Schönbächler gebührt dafür unser aller Dank.

Aufgewachsen in Rikon und Turbenthal absolvierte Irene Schönbächler zunächst eine Berufslehre als Pharma-Assistentin. Nach ersten beruflichen Erfahrungen trat sie 1988 in die Polizeischule der Kantonspolizei Thurgau ein und war dort bis 1994 als Polizistin tätig. Berufsbegleitend absolvierte Irene Schönbächler die Maturitätsschule und anschliessend ein staatswissenschaftliches Studium mit Vertiefungsrichtung 'Public Management' an der Universität St. Gallen.

Erste Polizeioffizierin, FBI, Leiterin der Polizeischule

Am 1. August 2003 trat Irene Schönbächler als zivile Abteilungschefin 'Kommandobereiche' in die Dienste der Kantonspolizei Aargau ein. Die Ernennung zum Hauptmann und somit zur ersten Polizeioffizierin der Kantonspolizei Aargau erfolgte auf den 1. Januar 2005. Vom März 2007 bis Februar 2008 wurde sie mit der interimistischen Leitung der Abteilung 'Mobile Einsatzpolizei' betraut.

Nachdem sie kurzfristig erneut die Abteilung 'Kommandobereiche' geleitet und einen Lernaufenthalt beim FBI in Virginia/USA absolviert hatte, erfolgte per Mitte Juni 2008 die Ernennung zur Abteilungschefin 'Kapo Nord'. In dieser Funktion war Irene Schönbächler bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Korps der Kantonspolizei Aargau per Ende Februar 2015 tätig.

Per 1. April 2015 wurde Irene Schönbächler von den Regierungsrätinnen und Regierungsräten der elf Konkordatskantone als Nachfolgerin des interimistischen Leiters Urs Winzenried zur Direktorin der IPH als grösster Schweizer Polizeischule gewählt. In meiner damaligen Funktion als Präsident der IPH freute ich mich auf die Zusammenarbeit mit Irene Schönbächler bei der Weiterentwicklung der polizeilichen Grundausbildung.

Zuversicht auch nach Entdeckung des Tumors

Ende November 2015 musste mich Irene Schönbächler darüber informieren, dass bei ihr im Rahmen einer Routineuntersuchung ein Tumor entdeckt worden war. Sie war jedoch zuversichtlich, ihre Führungsarbeit bereits Anfang 2016 wieder übernehmen zu können. Unerwartete Komplikationen verzögerten die Arbeitsaufnahme. Mit ihrer positiven Grundeinstellung und ihrer grossen inneren Kraft war Irene Schönbächler jedoch überzeugt, ihre Krankheit überwinden zu können. Nach wechselnden Phasen der Hoffnung und gesundheitlicher Rückschläge musste Irene Schönbächler ihr Amt als Direktorin der IPH schliesslich Ende September 2018 krankheitsbedingt definitiv abgeben.

Seit längerer Zeit wusste Irene Schönbächler, dass sie den Kampf gegen ihre Krankheit verlieren würde. Dennoch waren auch die letzten Monate ihres Lebens geprägt von ihrer Tapferkeit und ihrer Menschlichkeit. Noch vor einem Monat wünschte sie mir mit eindrücklichen Worten gute Genesung von meiner eigenen Coronavirus-Erkrankung. Am 8. Mai 2020 verstarb Irene Schönbächler drei Monate nach ihrem 54. Geburtstag.

Unsere Gedanken sind bei ihrem Ehemann Paul Horber und der Trauerfamilie. Ihnen allen wünschen wir für die kommende Zeit viel Kraft und Zuversicht. Wir werden Irene Schönbächler in dankbarer Erinnerung behalten.

Der Autor Urs Hofmann ist Vorsteher des Departementes Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, Präsident des Kantonalen Konkordats der Justiz- und Polizeidirektoren sowie ehemaliger Präsident der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch IPH.

Prominente Todesfälle im 2020:

29. Dezember: Der Schweizer Architekt Luigi Snozzi stirbt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur.
62 Bilder
29. Dezember: Der französische Modeschöpfer Pierre Cardin stirbt im Alter von 98 Jahren in Frankreich.
16. Dezember: Alt Bundesrat Flavio Cotti stirbt im Alter von 81 Jahren. Als CVP-Mitglied gehörte er dem Bundesrat von 1987 bis 1999 an.
12. Dezember: John Le Carré, der durch seine Spionageromane weltbekannte Schriftsteller, stirbt im Alter von 89 Jahren an einer Lungenentzündung.
11. Dezember: Der Schweizer Bildhauer Erwin Rehmann stirbt im Alter von 99 Jahren in Laufenburg.
3. Dezember: Die deutsche Schauspielerin Jutta Lampe stirbt im Alter von 82 Jahren in Berlin.
2. Dezember: Valéry Giscard d’Estaing, französischer Politiker und ehemaliger Staatspräsident stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion.
28. November: Der britische Schauspieler und« Darth-Vader»-Darsteller David Prowse stirbt im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit.
25. November: Fussballgott Diego Maradona erliegt im Alter von 60 Jahren einem Herzinfarkt.
23. November: Karl Dall, deutscher Fernsehmoderator, Sänger und Komiker stirbt im Alter von 79 Jahren in Lüneburg an den Folgen eines Schlaganfalls.
20. November: Der deutsche Star-Friseur Udo Walz stirbt im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Diabetes Schocks.
31. Oktober: Bond-Legende Sean Connery stirbt im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas.
25. Oktober: Der deutsche Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann bricht kurz vor einem Interview zusammen und stirbt dann später mit nur 66 Jahren im Krankenhaus.
19. Oktober 2020: Spencer Davis (links), der britische Rockmusiker und Mitbegründer der Band «Spencer Davis Group» stirbt im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.
12. Oktober: Die US-amerikanische «Two and a Half Men»-Darstellerin Conchata Ferrell stirbt im Alter von 77 Jahren.
6. Oktober 2020: Der niederländisch US-amerikanische Rockmusiker Edward Van Halen stirbt mit 65 Jahren an Kehlkopfkrebs. Das Ausnahmetalent auf der E-Gitarre war Mitbegründer der Rockband "Van Halen".
6. Oktober: Der US-Musiker Johnny Nash, (Hit: «I Can See Clearly Now»), stirbt im Alter von 80 Jahren.
6. Oktober: Der deutsche Journalist, Kabarettist und Entertainer Herbert Feuerstein stirbt im Alter von 83 Jahren. Feuerstein war 20 Jahre lang Chef des Satire-Magazins «MAD».
27. September: Der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement stirbt im Alter von 80 Jahren an Lungenkrebs.
23. September: Die französische Chansonsängerin und Ikone Juliette Greco stirbt im Alter von 93 Jahren.
21. September: Der französische Schauspieler Michael Lonsdale stirbt im Alter von 89 Jahren.
28. August: Uli Stein, einer der bekanntesten Cartoonisten Deutschlands, stirbt im Alter von 73 Jahren.
15. August: Robert Trump (links), der Bruder von Donald Trump, stirbt im Alter von 71 Jahren.
11. August: Der US-amerikanische Popsänger Trini López stirbt im Alter von 83 Jahren an der Folgen einer Covid-19-Erkrankung.
25. Juli: Die amerikanische Filmlegende Olivia de Havilland stirbt im Alter von 104 Jahren in Frankreich.
25. Juli: Gitarrengott Peter Green stirbt ist im Alter von 73 Jahren. Er war Mitbegründer der legendären Band «Fleetwood Mac».
13. Juli: Der US-amerikanische Schauspieler und Modellbauer Grant Imahara stirbt im Alter von 49 Jahren an den Folgen eines Aneurysmas.
13. Juli: Benjamin Keough, Enkel des «King of Rock'n' Roll» Elvis Presley nimmt sich mit 27 Jahren das Leben.
6. Juli: Film-Komponist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") stirbt 91-jährig.
19. Juni: Der britische Schauspieler, der vor allem als Bilbo Beutlin in «Herr der Ringe» bekannt wurde, stirbt im Alter von 88 Jahren.
12. Juni: Nationalrat Albert Vitali (FDP/LU) erliegt kurz vor seinem 65. Geburtstag einem Krebsleiden.
31. Mai: Der Künstler Christo, der vor 25 Jahren auch das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllte, ist tot. Er starb in New York im Alter von 84 Jahren.
26. Mai: Der ehemalige Berner SVP-National- und Regierungsrat Bernhard Müller stirbt 89-jährig.
24. Mai: Die amerikanische Schlagzeug-Legende Jimmy Cobb stirbt in New York.
19. Mai: Bauunternehmer Walter Beller stirbt zuhause mit 71 Jahren. Bild: Mit Ehefrau Irina Beller.
12. Mai: Die deutsche Fotografin und Künstlerin Astrid Kirchherr fotografierte die Beatles – und wurde mit ihnen berühmt: Sie stirbt im Alter 81 Jahren.
12. Mai: Die französische Schauspiel-Legende Michel Piccoli stirbt im Alter von 94 Jahren.
9. Mai: Der US-Amerikaner Little Richard, der Pionier des Rock'n Roll, stirbt mit 87 Jahren.
8. Mai: Roy Horn (links), ein deutsch-US-amerikanischer Zauberkünstler, stirbt im Alter von 75 Jahren in Las Vegas an einer Corona-Infektion.
25. April: Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist stirbt mit 85 Jahren.
23. April: Der ehemaliger deutsche Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm stirbt im Alter von 84 Jahren.
14. April: Der renommierte Berner Gegenwartskünstler Markus Raetz stirbt mit fast 79 Jahren. Der Maler, Zeichner und Objektkünstler hat in seinem umfangreichen Werk immer wieder die gewohnte Wahrnehmung unterlaufen.
12. April: Formel 1-Legende Stirling Moss stirbt im Alter von 90 Jahren in London.
1. April: Der amerikanische Musiker Adam Schlesinger (52) stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion. Der Emmy- und Grammy-Preisträger wurde 52 Jahre alt.
1. April: Der amerikanische Jazz-Pianist Ellis Marsalis aus New Orleans stirbt an den Folgen einer Coronavirus-Infektion.
30. März: Die US-amerikanische Soul-Legende Bill Withers («Ain't No Sunshine»), stirbt im Alter von 81 Jahren in Kalifornien.
25. März: US-Schauspieler Mark Blum (hier mit Schauspielerin Sharon Lawrence) stirbt mit 69 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Blum wurde mit Filmen wie "Desperately Seeking Susan" und "Crocodile Dundee" bekannt.
24. März: Der Asterix-Zeichner Albert Uderzo stirbt mit 92 Jahren an einem Herzinfarkt.
20. März: Kenny Rogers stirbt mit 81 Jahren. Der Country- und Popmusiker schuf Hits wie «Island In The Stream» und «Lucille».
8. März: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow stirbt mit 90 Jahren in Paris. Er wurde in den 1950er Jahren durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman bekannt, später war er auch in Blockbustern wie «Star Wars» zu sehen.
6. März: Der Us-Amerikaner McCoy Tyner, einer der einflussreichsten und bedeutendsten Pianisten des Jazz, stirbt im Alter von 81 Jahren.
25. Februar: Ägyptens Langzeitmachthaber Husni Mubarak stirbt im Alter von 91 Jahren. Mubarak stand fast 30 Jahre an der Spitze des bevölkerungsreichsten Landes der arabischen Welt.
17. Februar: Die Tastenkombination «Copy and Paste» spart Zeit und sorgt für Ärger. Nun ist ihr Erfinder Larry Tesler 74-jährig gestorben.
15. Februar: Die britische Fernsehmoderatorin Caroline Flack wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Die 40-Jährige soll Suizid begangen haben. Sie hätte sich Anfang März 2020 vor Gericht verantworten sollen, weil sie im Dezember 2019 ihren Freund Lewis Burton attackiert hatte.
5. Februar: Die Hollywood-Legende Kirk Douglas stirbt im Alter von 103 Jahren.
1. Februar: Die Zürcher Radiolegende Elisabeth Schnell - hier 2005 im Berner Oberland - stirbt im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Erkrankung.
31. Januar: Eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Welt, die US-Amerikanerin Mary Higgins Clark, stirbt im Alter von 92 Jahren.
26. Januar: Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant verunglückt bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien und stirbt mit nur 41 Jahren.
21. Januar: Terry Jones, Mitglied der berühmten Komikergruppe Monty Python, stirbt im Alter von 77 Jahren in England. Jones litt während der letzten Jahre an starker Demenz und war in der Öffentlichkeit nur noch selten zu sehen.
20. Januar: Der deutsche Schauspieler Joseph Hannesschläger, hier mit seiner Ehefrau, verliert den Kampf gegen den Krebs im Alter von 57 Jahren. Seit 2002 war Hannesschläger als Kommissar in der ZDF-Kultserie "Die Rosenheim-Cops" zu sehen.
5. Januar: John Baldessari, amerikanische Künstler, wird 88 Jahre alt.
1. Januar: Martin Bundi, der frühere Bündner SP-Nationalrat setzte sich für die Natur und die rätoromanische Sprache ein. Er stirbt im Alter von 87 Jahren.

29. Dezember: Der Schweizer Architekt Luigi Snozzi stirbt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur.

Foto: Keystone

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