Rettungskette

Verbesserung der Überlebenschancen erwünscht: Regierungsrat nimmt sich den ­Defibrillatoren an

Niemand weiss, wo im Aargau Defibrillatoren hängen.

Niemand weiss, wo im Aargau Defibrillatoren hängen.

Im Aargau gibt es Potenzial, um die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem plötzlichen Kreislaufstillstand zu erhöhen.

Defibrillatoren können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern beheben und damit Leben retten. Das Problem im Aargau ist: Niemand weiss, wo genau die Defis hängen. Es gibt kein kantonales Verzeichnis. Nicht einmal die Mitarbeitenden der Sanitätsnotrufzentrale 144 wissen, wo sich der nächste Defibrillator befindet.

Kurz nachdem der Artikel in der AZ erschienen ist, haben Grossrätinnen und Grossräte aus verschiedenen Parteien ein Postulat eingereicht. Dieses verlangt ein kantonales Konzept zur Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem Kreislaufstillstand, das alle Glieder der Rettungskette einschliesst.

Regierung will bis 2022 ein Konzept erarbeiten

Der Regierungsrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Er anerkennt, dass das Potenzial diesbezüglich noch nicht voll ausgeschöpft ist und wird nun ein entsprechendes Konzept erstellen. Durch den gezielten Einsatz geeigneter Instrumente auf jeder einzelnen Stufe der Rettungskette und eine verbesserte Koordination innerhalb der Rettungskette könne die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem plötzlichen Kreislaufstillstand mutmasslich erhöht werden, schreibt der Regierungsrat.

Neben den Defibrillatoren wird sich die Regierung auch dem Thema der sogenannten First-Responder – geschulten Laien-Ersthelfern – widmen. Im Kanton Tessin, der bei der Lebensrettung als vorbildlich gilt, wird bei einem Herzstillstand über die Handyordnung der jeweils nächste First-Responder benachrichtigt, der dann mit Hilfe des am nahe gelegensten Defis eingreift. Der Regierungsrat sieht den Nutzen solcher Laien-Ersthelferinnen und Laien-­Ersthelfern und ist bereit, auch im Aargau Massnahmen zu ergreifen, um diese optimal einsetzen zu können.

Die Massnahmen müssten aber gut auf die bereits bestehenden Strukturen und Gegebenheiten im Kanton abgestimmt sein, hält der Regierungsrat in der Antwort auf eine Interpellation von Christoph Riner (SVP) fest. Die First-Responder sollen nicht das einzige Mittel zur Verbesserung darstellen, sondern Teil eines Gesamtmassnahmenpakets sein.

Der Regierungsrat wird das Konzept parallel zur Ausarbeitung der neuen Gesundheitspolitischen Gesamtplanung erstellen. Dadurch könnten die beiden Instrumente optimal aufeinander abgestimmt werden. Die neue Gesamtplanung soll ab Anfang 2022 umgesetzt werden.

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