Aargauer Dschihadist
Verteidiger des Brugger Dschihadisten gibt auf – Prozess erneut verschoben

Es ist schon das dritte Mal: Der Prozess um den Brugger Dschihadisten Çendrim R. in der Türkei wird wieder verschoben. Der Grund: Der Verteidiger will ihn nicht mehr vertreten.

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Ein Komplize belastet Çendrim R. schwer: Er habe ihm heimlich Waffen untergejubelt und am Checkpoint befohlen, auf die Sicherheitsleute zu feuern.
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3 Tote, 10 Verletzte: Der türkische Premierminister Tayyip Erdogan bezeichnete den Überfall bei Nigde als «Terroranschlag».
Fall Cendrim R.

Ein Komplize belastet Çendrim R. schwer: Er habe ihm heimlich Waffen untergejubelt und am Checkpoint befohlen, auf die Sicherheitsleute zu feuern.

HO

Der Brugger Terrorist Çendrim R. muss sich einen neuen Verteidiger suchen: «Jemanden zu verteidigen, auch ein Tier, ist ein Segen. Jeder hat das Recht auf Verteidigung, davor können sich Anwälte nicht verschliessen», sagt sein Anwalt Nail Gündüz gemäss «Blick.ch». «Aber diese Angeklagten sind weder Mensch noch Tier.»

Damit meint er neben Çendrim R. auch den Mazedonier Mohammed Zakiri und den deutschen Benjamin Xu. Der Prozess gegen die drei Männer im türkischen Nigde muss deshalb bereits zum dritten Mal verschoben werden. Für den nächsten Termin am 17. Juni muss das Gericht einen neuen Verteidiger suchen.

Im März 2014 gerieten die drei Terroristen in der Nähe der Stadt Nigde, 220 Kilometer südöstlich der türkischen Hauptstadt Ankara, in eine Strassenkontrolle der Polizei. Die drei Männer zögerten keine Sekunde und eröffneten das Feuer.

Die zur Terror-Miliz «Islamischer Staat» (IS) gehörenden Extremisten warfen eine Handgranate und erschossen einen Soldaten, einen Polizisten und einen unbeteiligten Lastwagenfahrer. Bei dem Feuergefecht wurden zehn Menschen verletzt, bevor das Terror-Trio überwältigt werden konnte. Zumindest Çendrim R. zeigte keinerlei Reue. Wenn er einen türkischen Soldaten erschossen habe, dann habe er ja ein gutes Werk getan, sagte er damals.

Anfangs Februar wurde der Prozess in der Türkei bereits zum zweiten Mal verschoben. Damals befürchtete die Polizei Anschläge von Islamisten. Çendrim R., dem lebenslange Haft droht, bleibt vorerst im Hochsicherheitsgefängnis in Ankara, wo er mit seinen beiden Mittätern weiter auf den Prozess warten muss.

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