Verwaltungsgericht
Husky-Welpen in Kaninchenstall und Transportbox in Keller eingesperrt – Besitzer fühlten sich von Kontrolle überrumpelt

Ein junger Husky im Aargau musste in einem Kaninchenstall, einer Transportbox im Keller, oder angebunden im Garten leben. Bis der Veterinärdienst kam. Die ehemaligen Besitzer fühlten sich von der Kontrolle überrumpelt. Jetzt tragen sie die Gerichtskosten.

Eva Berger
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Viel Bewegung an der frischen Luft: So soll ein Husky-Leben sein. In einen Kaninchenstall oder in eine Box ohne Zugang zu Wasser, gehöre ein Hund aber sicher nicht, geht aus dem Verwaltungsgerichtsurteil hervor. (Symbolbild: Huskys von René Huber, Menziken, Februar 2009)

Viel Bewegung an der frischen Luft: So soll ein Husky-Leben sein. In einen Kaninchenstall oder in eine Box ohne Zugang zu Wasser, gehöre ein Hund aber sicher nicht, geht aus dem Verwaltungsgerichtsurteil hervor. (Symbolbild: Huskys von René Huber, Menziken, Februar 2009)

Barbara Vogt

Die Meldung erstattete der Aargauische Tierschutzverein: Eine Familie im Aargau besitze einen Hundewelpen, der vorwiegend angebunden im Garten oder eingesperrt in einen Kaninchenstall gehalten werde. Eine Nachbarin war an den Tierschutzverein gelangt. Sie belegte die erbärmliche, befremdlich artfremde Haltung des jungen Huskys mit einem Foto. Das war im Januar 2021.

Unangemeldet tauchte der Veterinärdienst noch am gleichen Tag bei der Familie zur Kontrolle auf. Er fand den Welpen. Aber nicht im Kaninchenstall, sondern im Keller, eingeschlossen in einer Transportbox. Zugang zu Wasser hatte der knapp drei Monate alte Hund nicht. Als ihm Wasser gegeben wurde, hat er lange davon getrunken.

In der Wohnung gab es keine Hinweise, dass dort ein Hund lebt und der Umgang des Kindes der Familie mit dem Welpen war laut und grob. Der Hundedatenbank Amicus war er nicht gemeldet. Und schliesslich gab es tatsächlich Hinweise darauf, dass der Hund zeitweise im Kaninchenstall eingesperrt war. Das stellte der Veterinärdienst bei seinem Besuch fest.

Besitzer unterschreiben Verzichtserklärung

Er fackelte nicht lange. Der Hundewelpen wurde vorsorglich beschlagnahmt, wenige Tage später unterzeichneten die Besitzer eine Verzichtserklärung. Wollen sie sich wieder einen Hund anschaffen, müssen sie das dem Veterinärdienst schriftlich melden. Weiter ordnete dieser an, dass alle Kosten, die aus der Massnahme entstanden sind, den ehemaligen Besitzern auferlegt werden.

Diese waren damit nicht einverstanden und erhoben beim zuständigen kantonalen Departement Gesundheit und Soziales (DGS) Beschwerde. Das DGS wies diese zurück, also gelangten die ehemaligen Hundebesitzer ans Verwaltungsgericht. Sie forderten, die Verfügung des Veterinärdienstes sei aufzuheben, die Kosten habe die Staatskasse zu übernehmen.

Der Veterinärdienst habe sie mit der Kontrolle, die am selben Tag wie die Meldung erfolgte, überrumpelt, monieren sie, der Dienst hätte keine Massnahmen ergreifen dürfen. Die Kontrolle sei weiter nicht sauber protokolliert worden, zudem sei das Beweisbild widerrechtlich entstanden. Die Nachbarin hatte, damit sie ein Foto des Hündchens im Kaninchenstall aufnehmen konnte, das umzäunte Grundstück der Familie betreten.

Kaninchenstall-Haltung offensichtlich – auch ohne Beweisfoto

Die Beschwerdeführer dementierten zunächst, dass der Hund auch mal im Kaninchenstall gehalten wird. Auf erneute Nachfrage wichen sie aus. Später behaupteten sie, jemand anderes habe ihn im Stall eingesperrt. Die Schilderungen wirkten nicht glaubwürdig, hält das Verwaltungsgericht fest. Man müsse davon ausgehen, dass der Welpe eine gewisse Zeit im Kaninchenstall eingesperrt gewesen war und dass dafür die Beschwerdeführenden verantwortlich seien. Um diesen Umstand festzustellen, habe es das Foto der Nachbarin nicht einmal gebraucht.

Es sei nicht erkennbar, inwiefern der Sachverhalt nicht genügend erfasst worden war, so das Verwaltungsgericht weiter. Das gelte auch für die Protokollierung von Äusserungen der Beschwerdeführer. Der Vorwurf gehe offensichtlich fehl. Auch die Beanstandung einer Verletzung des rechtlichen Gehörs, weist das Verwaltungsgericht zurück. Die Beschwerdeführenden hätten hinreichend Stellung nehmen können, wird festgehalten.

Die Beschwerde sei unbegründet, so das Verwaltungsgericht, sie wird abgewiesen. Sämtliche Kosten werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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