Trauung

Viele Paare verschieben Hochzeiten auf den Herbst – andere gleich um ein Jahr

Im Aargau darf wieder normal geheiratet werden.

Im Aargau darf wieder normal geheiratet werden.

In den vergangenen Monaten war Heiraten nur im kleinen Kreis erlaubt. Viele Paare entschieden sich für eine Verschiebung – manche sogar zweimal.

Rund 50 Paare, die sich im Zivilstandskreis Baden das Ja-Wort geben wollten, haben coronabedingt ihren Hochzeitstermin verschoben oder abgesagt: «Darunter gibt es auch Paare, welche das Datum zweimal verschoben haben», sagt Albert Conrad, Leiter des Zivilstandskreises Baden,auf Anfrage. Davon hätte lediglich eine Handvoll den Termin gleich auf das nächste Jahr verschoben. «Die meisten haben das neue Datum für die Trauung auf August oder September 2020 gelegt, einige zuversichtliche Paare haben den Termin auf den Juni verschoben.»

Nach Bekanntgabe der Lockerungen durch den Bundesrat hätten sich drei neue Paare gemeldet, um einen Termin auf die kommenden Monate zu legen. In den beliebten Badener Traulokalen Klösterli, Villa Boveri und im Tagsatzungssaal darf wieder geheiratet werden, auch in Begleitung der Liebsten. Während des Lockdowns waren Trauungen nur im Hauptlokal Klösterli möglich mit Brautpaar und Trauzeugen. Um die vorgegebenen Abstandsregeln einhalten zu können, mussten die jeweiligen Traulokale genaustens ausgemessen werden, sagt Albert Conrad. «Daraus ergab sich die erlaubte Anzahl Personen pro Traulokal.» Im Klösterli können 15 Personen anwesend sein, im Gartensaal der Villa Boveri 29 Personen: «Damit diese Personenzahl möglich ist, müssen alle sitzen und zwischen den Sitzenden muss jeweils ein Meter Abstand eingehalten werden.» Stehend wäre vom Bund ein Abstand von zwei Metern vorgeschrieben. «Ausserdem muss das Brautpaar das Contact-Tracing sicherstellen können», so Conrad.

Auch auf dem Zivilstandsamt Lenzburg gab es nach der Bekanntgabe der Lockerungen durch den Bundesrat neue Anfragen für Hochzeitstermine in den kommenden Monaten, sagt Mirjam Roth, Leiterin Kommunikation. Diejenigen Paare, die sich für eine Verschiebung des Hochzeitstermins entschieden haben, legten den neuen Termin sowohl auf den Herbst 2020 als auch auf das nächste Jahr.

Klosterkirche wird zwei Jahre im Voraus gebucht

Für Hochzeiten besonders beliebt bei katholischen Paaren ist im Aargau die Klosterkirche Wettingen. «Bei uns werden die Daten bis zu zwei Jahre im Voraus reserviert», sagt Thomas Renold, Leiter Dienste der Kantonsschule Wettingen. Seit März wurde coronabedingt etwa ein Dutzend Hochzeitsfeiern verschoben oder ganz abgesagt. Da die Kirche so beliebt ist, ist es nicht einfach, ein Verschiebedatum für dieses oder nächstes Jahr zu finden: «Es gibt auch die Option, die kirchliche Trauung auf einen Wochentag zu legen», sagt Renold. Gewisse Hochzeitsdaten wurden von den Paaren auch zweimal verschoben. «Eine solche Verschiebung ist ein Rattenschwanz», sagt Renold. Das Bankett müsse passen, das Standesamt müsse passen. Es gab auch Paare, die die kirchliche Trauung deshalb ganz abgesagt haben: «Sie haben sich dazu entschieden, nur noch zivil und im ganz kleinen Kreis zu heiraten», so Renold.

Auch in der katholischen Kirchgemeinde Baden-Ennetbaden haben sich diverse Paare für eine Verschiebung oder gar für eine Absage ihres geplanten Heiratstermins entschieden, sagt Christine Crettenand vom Sekretariat auf Anfrage: «Zwei Paare haben die Hochzeit auf das Jahr 2021 verschoben, drei Paare haben ihren Hochzeitstermin abgesagt und bisher noch keinen neuen gesetzt.»

Im Aargau besonders beliebt für reformierte Hochzeiten ist die Kirche Kirchberg in Küttigen. Trotz Bekanntgabe der Lockerungen ab dem 6. Juni wurde die Kirchgemeinde aber nicht mit kurzfristigen Anfragen für Hochzeitstermine in den kommenden Monaten überflutet: «Die allermeisten Paare haben ihre Hochzeit um ein ganzes Jahr verschoben», sagt Gabriela Huwyler von der Kirche Kirchberg.

«Die Unsicherheit darüber, ob bis zum ursprünglich geplanten Hochzeitsdatum alles wieder normal sein würde, war für die Paare der Hauptgrund für die Verschiebung.» Für dieses Jahr sei noch eine Hochzeit im September geplant. «Für nächstes Jahr werden wir schauen, dass wir möglichst nicht mehrere Hochzeiten an einem Tag durchführen», sagt Gabriela Huwyler.

Meistgesehen

Artboard 1