Coronavirus

Von 2 auf über 626 Fälle: So verlief die Pandemie bisher im Aargau

Yvonne Hummel, Kantonsärztin, veröffentlicht täglich ein Bulletin mit den neuesten Zahlen zu Corona.

Yvonne Hummel, Kantonsärztin, veröffentlicht täglich ein Bulletin mit den neuesten Zahlen zu Corona.

Anzahl Corona-Fälle, Erkrankte auf der Intensivstation, Verstorbene. Wie sic die Pandemie im Aargau in den ersten vier Wochen seit dem 2. März entwickelt hat.

Vor gut zwei Monaten, am 28. Januar, berichtete diese Zeitung zum ersten Mal über die Vorbereitungen des Kantons auf das neuartige Coronavirus. Damals gab es in der Schweiz zwei Verdachtsfälle, die Personen lagen im Triemlispital Zürich und warteten auf die Testergebnisse. Auf die Frage dieser Zeitung, was der Aargau mit Blick auf das Virus unternehme, sagte eine Sprecherin des kantonalen Gesundheitsdepartements grundsätzlich, man stehe in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheit. «Man ist auf Epidemien gut vorbereitet. Dies betrifft das nötige Schutzmaterial als auch den Austausch mit den Spitälern. Fortlaufend werden der aktuellen Lage entsprechend allfällige Massnahmen angepasst beziehungsweise ergänzt.»

Nach zwei Wochen stiegen die Zahlen rasant an

Es sollte noch mehr als einen Monat dauern, bis auch im Aargau die ersten Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden: Zwei Erkrankte waren es am 2. März. Innerhalb gut eines Monats ist die Anzahl der bestätigten Coronafälle auf 626 gestiegen. In den ersten Tagen war der Zuwachs relativ langsam, es dauerte gut zwei Wochen bis zum 100. Fall. Danach stiegen die Zahlen rasant an, die stärkste Zunahme innert 24 Stunden war vom 24. auf den 25. März mit einem Plus von 53 Fällen zu verzeichnen. Auch in dieser Woche stieg die Zahl der positiv Getesteten nochmals klar – vom 30. März auf den 1. April von 499 auf 509 Fälle.

Die Entwicklung der Pandemie in einer Grafik:

Bevölkerungsmässig ist der Aargau der viertgrösste Kanton der Schweiz, bei den Coronafällen liegt er aber nur auf Rang 8, wie der Website corona-data.ch (Stand: Freitag, 3. April) zu entnehmen ist. Sogar nur an viertletzter Stelle der Kantone liegt der Aargau, wenn man die Quote der Infizierten pro 10 000 Einwohner betrachtet. Diese liegt im Aargau bei 9,23 Fällen, im viel stärker betroffenen Tessin sind es mit 67,27 über siebenmal mehr. Inzwischen hat der Aargau Coronapatienten aus dem Tessin aufgenommen, um den Südkanton zu entlasten.

Intensiv- und Beatmungsplätze sind nur zu einem Viertel belegt

Dies ist möglich, weil die Intensivbetten und Beatmungsplätze hier bei weitem nicht ausgelastet sind. Um sich für die erwartete Welle von Coronakranken mit schwerem Verlauf zu wappnen, wurde die Zahl der Intensivplätze im Aargau in den letzten Tagen auf 100 aufgestockt. Davon sind derzeit aber nur gut ein Viertel mit Patienten belegt. Bemerkenswert ist, dass sich diese Zahl diese Woche im Aargau nur leicht erhöht hat.

Bei den bestätigten Coronainfektionen ist von Montag bis Freitag eine Steigerung um 145 Personen zu verzeichnen. Die Zahl der Coronapatienten in Spitalpflege nahm im gleichen Zeitraum hingegen nur um sechs Personen zu. Bei den Erkrankten auf Intensivstationen zeigt sich ein leichtes Plus von zwei Fällen (von 25 auf 27), bei den beatmeten Patienten eine Steigerung von drei Fällen (von 23 auf 26).

Bisher sind im Aargau zwölf Menschen aufgrund einer Coronainfektion gestorben. Der erste Todesfall wurde am 20. März registriert, von Montag bis Freitag dieser Woche stieg die Zahl der Coronaopfer von acht auf zwölf. Die nächsten Zahlen zu Corona liefert der Kanton erst am Montag, am Wochenende werden sie nicht aktualisiert.

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