Fahrländer

Wahlen 2019: Das war’s

Die eidgenössischen Wahlen 19 sind Geschichte. Sie ha­ben, bezogen auf den Aargau, ein paar Denkwürdigkeiten hervorgebracht, die wir uns nochmals vergegenwärtigen wollen.

Auffällig zunächst: Der Aargau hat aufgehört, ein Trend-Kanton zu sein. Alle Parteien, mit Ausnahme der FDP, lieferten punkto Sitzzahl ein zum schweizerischen Trend konträres Ergebnis: Die SVP (Nationalrat minus 1, Ständerat plus 1) und die SP (Nationalrat plus 1, Ständerat minus 1) blieben auf Gleichstand, die CVP gewann einen Sitz, wohingegen Grüne und Grünliberale sitzmässig nichts zum grünen Tsunami beitragen konnten. Punkto Wähleranteile sieht es etwas anders aus.

Dieses Auseinanderdriften hängt auch mit Listenverbindungen zusammen. Die Grünen verbanden sich mit der SP, profitiert hat die SP. Die Grün­liberalen verbanden sich mit der CVP, profitiert hat die CVP. Die FDP hat sich mit der (eigentlich «artfremden») SVP verbunden und trotzdem einen Sitz ver­loren. Nun verlangt sie ein Verbot von Listenverbindungen… Kaum verboten werden Verbindungen zwischen Unterlisten. Die CVP hat vorexerziert, dass sich mit einer Listenflut die Zahl der Listenstimmen ­tatsächlich vermehren lässt. Macht das Beispiel nun Schule?

Mitgemacht hat der Aargau dagegen den Trend zur jüngeren Generation – und zu den Frauen. Bisher lautete das Geschlechterverhältnis, National- und Ständerat zusammengenommen, zwölf Männer und sechs Frauen. Neu lautet es neun Männer und neun Frauen. Im Nationalrat bilden die Frauen sogar die Mehrheit. Sechs der neun Nationalrätinnen sind unter 50, drei sogar unter 40. Am eindrücklichsten ist die Verjüngung bei der SVP-Nationalratsdeputation: Statt vier über 65-Jährige zählt sie nun drei unter 40-Jährige (Männer mitgemeint).

Das führt uns zu einer letzten Feststellung: Maximilian Reimann (77, 32 Jahre in Bern) und Luzi Stamm (67, 28 Jahre in Bern) dürfen/müssen künftig in ihrer Vita das Kürzel «abgew.» mitführen (erfunden von Christoph Blocher). Der Unersetzlichkeits-Mythos ist zerstört. Vermutlich wären ihre unbestrittenen Verdienste besser gewürdigt worden, wenn sie, statt auf Sonderlisten nochmals anzutreten, von sich aus gesagt hätten: Acht beziehungsweise sieben Amtsperioden sind genug.

hans.fahrlaender@chmedia.ch

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