Gemeindefinanzen

Warum Attelwil Oberwil-Lieli als reichste Aargauer Gemeinde ablöst

Die Aargauer Gemeinde Oberwil-Lieli nimmt nach langem Widerstand Asylbewerber auf. Im Januar soll eine fünfköpfige, christlich-syrische Familie im Dorf Unterschlupf finden (Archivbild).

Die Aargauer Gemeinde Oberwil-Lieli nimmt nach langem Widerstand Asylbewerber auf. Im Januar soll eine fünfköpfige, christlich-syrische Familie im Dorf Unterschlupf finden (Archivbild).

Oberwil-Lieli ist nicht mehr die vermögendste Aargauer Gemeinde. Neu thront Attelwil mit einem Vermögen von 9500 Franken pro Einwohnerin und Einwohner zuoberst auf dem Treppchen.

Geld ist in Oberwil-Lieli reichlich vorhanden. Bisher führte die Gemeinde im Bezirk Bremgarten die Rangliste der reichsten Gemeinden im Kanton an. Doch in der Gemeindefinanzstatistik 2016 hat Oberwil-Lieli ein paar Ränge verloren und liegt auf dem fünften Platz. Andreas Glarner, Gemeindeammann und SVP-Nationalrat, ist deswegen aber nicht besorgt. Man habe viel investiert, etwa in ein Feuerwehrgebäude und Kindergärten. «Unsere Infrastruktur ist im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden auf dem neusten Stand», sagt er. Von einer Steuererhöhung sei man auch als nicht mehr reichste Gemeinde weit entfernt. Im Gegenteil: «Wenn der nächste, an dem ich dran bin, nach Oberwil-Lieli zieht, können wir den Steuerfuss noch einmal um zehn Prozent senken.»

Finanzausgleich ändert einiges

Die reichste Gemeinde ist neu Attelwil im Bezirk Zofingen mit einem Vermögen von 9500 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. Im Februar – da lag Attelwil noch auf Rang zwei hinter Oberwil-Lieli – begründete Gemeindeammann Roger Lehner die gute Finanzlage damit, dass die Gemeinde keine gravierenden Sozialfälle aufweise, nur wenig investieren und keine abgelegenen Weiler anbinden müsse. Ausserdem habe Attelwil bisher massiv vom Finanzausgleich profitiert. Mit dem neuen Finanzausgleich ab 2018 wird die Gemeinde allerdings Geld verlieren und den Steuerfuss anheben müssen. Selbst wenn Attelwil mit der Nachbargemeinde Reitnau fusionieren würde, wäre sie vermutlich noch von Ergänzungsleistungen des Kantons abhängig, sagte Lehner damals. (nla)

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