Wirtschaft

Wasserstoff: Für Tankstellen nehmen die Bauauflagen zu

Im Vergleich zu anderen Kantonen sind die Bauauflangen für die  Wasserstoff-Tankstelle Hunzenschwil eher tief.

Im Vergleich zu anderen Kantonen sind die Bauauflangen für die Wasserstoff-Tankstelle Hunzenschwil eher tief.

Trotz einer hinderlichen Politik wächst das H2-Tankstellennetz.

Die Euphorie war greifbar. Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Coop, schwärmte bei der Eröffnung der ersten Wasserstofftankstelle in Hunzenschwil: «Damit wollen wir in der Schweiz die Initialzündung geben und dazu beitragen, dass eine zukunftsweisende Technologie den Durchbruch schafft.» Etwas mehr als drei Jahre sind seither vergangen, aber bewegt hat sich wenig. Rund zwei Dutzend Wasserstofffahrzeuge sind bis heute auf Schweizer Strassen unterwegs. Die Hälfte davon gehört Coop, der Betreiberin der Tankstelle.

Im Durchschnitt tanken in Hunzenschwil pro Tag zwischen sieben bis zehn Fahrzeuge Wasserstoff. Trotz der noch immer bescheidenen Zahlen blickt Roger Oser, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Coop Mineralöl AG, optimistisch in die Zukunft: «Mit dem steigenden Angebot an Wasserstofffahrzeugen bei Personen- und Lastwagen werden die Frequenzen in Zukunft laufend zunehmen.»

Roger Osers Optimismus ist zum Teil auch hausgemacht. Oder anders ausgedrückt: Coop wird 2020 weitere Wasserstofflastwagen in Betrieb nehmen. Wie viele genau, das lässt Oser offen. Auch werden weitere private Wasserstoffautofahrer dazu kommen.

Noch ist die H2-Community klein, man winke sich auf der Strasse zu, erzählt Coop-Mitarbeiter und Wasserstoffautopionier Ueli Hauser aus Möriken. Aber egal mit wem von den wenigen Wasserstoffautofahrern man spricht, alle schwärmen von ihrem Gefährt, vom leisen Antrieb, der unkomplizierten Handhabe.

Sechs neue H2-Tankstellen allein im 2020

Wie lange man sich unter H2-Autofahrern noch grüssen wird, steht in den Sternen. Sicher scheint dagegen, dass die Community wachsen wird. Nicht nur weil eine grüne Welle über die Schweiz schwappte, sondern vor allem auch, weil das Tankstellennetz in diesem Jahr rasant wachsen wird.

«Im Juli 2020 sind die Eröffnungen der Wasserstofftankstellen in Crissier und Dietlikon geplant», sagt Roger Oser. Vier weitere H2-Tankstellen sollen dieses Jahr noch in Zofingen, St. Gallen, Geuensee und Rümlang hinzu kommen. Von anderen Mitgliedern des Fördervereins H2-Mobilität Schweiz. 17 Firmen gehören dem Verein an, von Tankstellenbetreibern über Camionneure bis zu Detailhändlern. Ihr Ziel ist ein flächendeckendes Wasserstoff-Tankstellennetz bis 2023.

So hat Coop etwa weitere Tankstellen in Bern und Frenkendorf in Planung, der Ostschweizer Treibstoffhändler Osterwalder in Chur und Frauenfeld. Die Wasserstoffmobilität nimmt Fahrt auf, so der Eindruck. Eine Einschätzung, die auch Coop-Mann Oser teilt. Zwar könne man die Tankstelle in Hunzenschwil noch nicht rentabel betreiben, aber man sei überzeugt, dass «die Wasserstofftechnologie gute Zukunftsaussichten hat».

Dabei hat man offenbar fast gänzlich auf öffentliche Unterstützung verzichten müssen. Oser kritisiert: «Die Bauauflagen für Wasserstofftankstellen sind im Vergleich zum Projekt in Hunzenschwil in gewissen Kantonen leider noch höher geworden.»

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