Seetaler Aprikosen

Wegen Folientunnel-Knatsch: Pro Natura erhält viele «hässliche» Mails

Aprikosenknatsch: Heftiger Shitstorm gegen Pro Natura

Aprikosenknatsch: Heftiger Shitstorm gegen Pro Natura

Wegen einer Beschwerde von Pro Natura müssen zwei Bauern in Egliswil ihre Aprikosen-Folientunnel nach der ersten Ernte wieder abbauen. Das hat Folgen: Pro Natura Aargau erlebt nun einen regelrechten Shitstorm und erntet harte Kritik – sogar von Alt-Regierungsrat Rainer Huber.

Weil eine Beschwerde von Pro Natura gutgeheissen wurde, müssen Seetaler Aprikosen-Bauer die Folientunnel wieder abbauen. Bei der Naturschutzorganisation gingen viele Reaktionen ein.

Die Landschaft knapp drei Kilometer nördlich des Hallwilersees sei schützenswert und der falsche Ort für Folientunnels, beschloss der Regierungsrat und hiess eine Beschwerde von Pro Natura Aargau gut. Die beiden innovativen Bauern Urs Baur (Egliswil) und Röbi Siegrist (Seengen) müssten ihre Tunnel also zurückbauen, wenn das Verwaltungsgericht nicht anders urteilt.

Diese Nachricht sorgte bei Pro Natura Aargau für einen vollen Posteingang. «Es gab hässliche Mails, wie das halt so üblich ist», sagt Geschäftsführer Johannes Jenny gegenüber TeleM1. Unter den Kritikern ist auch Alt-Regierungsrat Rainer Huber. Er hat sich auf dem Sozialen Netzwerk Facebook geäussert. Vor einigen Monaten habe Jenny ihm erklärt, dass Pro Natura von einer Ablehnung der Beschwerde ausgehen. «Jetzt jubelt Pro Natura! Was für eine verlogene Haltung.» Johannes Jenny widerspricht dieser Darlegung. Das stimme nicht. Verlogen sei die Haltung von Rainer Huber. «Ich habe das nicht so gesagt», betont Jenny.

Der Alt-Regierungsrat findet, Pro Natura sei übers Ziel hinausgeschossen. «Wir können doch anders miteinander umgehen», meint er und spricht von einer «kommunikativ-brillanten Fehlleistung». Die Naturschutzorganisation sei nicht einmal vor Ort gewesen und habe die Sache diskutiert. Dies hat laut dem Geschäftsführer von Pro Natura einen Grund: Weil die Gemeinde es versäumte, das Baugesuch im kantonalen Amtsblatt auszuschreiben, sei man erst spät darauf aufmerksam geworden. Deshalb sei nur noch der rechtliche Weg übrig geblieben. Das hatte auch Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau, diese Woche schon erklärt.

«100 Jahre lang hat man versucht, am Hallwilersee die Landschaft zu erhalten», so Geschäftsführer Johannes Jenny. Pro Natura wolle die Landschaft der kommenden Generation so weitergeben, wie man sie übernommen habe. «Und nicht mit Plastik überzogen». (ldu)

Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau, wehrt sich im TalkTäglich gegen Vorwurf, sein Verband würde ökologische Landwirtschaft bekämpfen.

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