Wahlen AG 2019

Wie stark Aargauer Nationalräte um ihre Wiederwahl zittern müssen

Für die 16 Sitze im Nationalrat bewerben sich im Aargau 496 Kandidierende. 13 von ihnen sind Bisherige – doch nicht alle haben die Wiederwahl auf sicher. Die AZ schätzt das Abwahlrisiko der wieder kandidierenden Nationalräte ein.

Wer mit dem Zusatz «bisher» antreten kann, hat bei den Nationalratswahlen einen klaren Vorteil: Bisherige stehen ganz oben auf den Listen ihrer Parteien, hatten mehrere Jahre lang die Gelegenheit, sich mit Vorstössen und Voten in Bundesbern zu profilieren und starten daher mit besseren Chancen, als neu Kandidierende.

Bei den letzten drei Nationalratswahlen (2007, 2011, 2015) wurde im Aargau jeweils nur ein Bisheriger oder eine Bisherige abgewählt (siehe Box unten rechts). Dabei traf es immer Vertreter von Parteien, die einen oder mehrere Sitze verloren. Dass ein bisheriger Nationalrat die Wiederwahl verpasste und stattdessen ein Parteikollege den Sprung nach Bundesbern schaffte, kam seit 2007 nicht vor.

Diesmal ist die Wahrscheinlichkeit allerdings deutlich höher, dass langjährige, bekannte Politiker die Wiederwahl verpassen. Besonders gefährdet von einer Abwahl sind die SVP-Vertreter Luzi Stamm und Maximilian Reimann. Beide figurieren nicht mehr auf der Liste der Volkspartei und versuchen, mit eigenen Gruppierungen die Wiederwahl zu erreichen.

Knapp werden könnte es auch für BDP-Nationalrat Bernhard Guhl: Ihn könnte ausgerechnet EVP-Kandidatin Lilian Studer verdrängen, deren Vater Heiner Studer vor zwölf Jahren abgewählt wurde. Die AZ hat nicht nur für Stamm, Reimann und Guhl, sondern für alle 13 wieder kandidierenden Aargauer Nationalratsmitglieder das mögliche Abwahlrisiko eingeschätzt.

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